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11-10-2006 Petersburger-Dialog 2006 Dresden
Russische Journalistin wendet sich in offenem Brief an Merkel
Nach der Ermordung ihrer Kollegin hat sich die Moskauer Journalistin Elena Tregubowa in einem offenen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gewandt, um ein Vorgehen gegen Menschenrechtsverletzungen in Russland anzumahnen.

"Sie war die konsequenteste und unbestechlichste Kritikerin Putins und seines politischen Regimes", schreibt die Journalistin nach Angaben der Wochenzeitung "Die Zeit" über ihre ermordete Kollegin Anna Politkowskaja. Tregubowa forderte demnach die Bundeskanzlerin auf, vor den Menschenrechtsverletzungen in Russland nicht die Augen zu verschließen. Sie erinnerte daran, dass Russlands Präsident Wladimir Putin "konsequent alle unabhängigen oppositionellen Fernsehsender in Russland liquidiert" habe.

Die Zeitung von Politkowskaja, "Nowaja Gaseta", sei "das letzte Printmedium, das Kritik an den Geheimdiensten äußert, am Krieg in Tschetschenien und an den vom Kreml sanktionierten ethnischen Säuberungen", heißt es laut "Zeit" in dem offenen Brief weiter. Putin hatte bei seinem Besuch am Dienstag in Dresden die Aufklärung des "abscheulichen" Verbrechens an Politkowskaja zugesagt, zugleich aber deren Bedeutung in Russland heruntergespielt. Die Journalistin habe im eigenen Land eine "extrem unbedeutende" Rolle gespielt.

Tregubowa arbeitete fünf Jahre als Kreml-Korrespondentin für die Zeitung "Kommersant". Die regierungskritische Journalistin entging nur knapp einem Bombenanschlag.