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12-10-2007 Petersb.-Dialog 2007 Wiesbaden
Verband der Deutschen Wirtschaft: Deutsche Wirtschaft weiter auf Erfolgskurs
Im Vorfeld des Petersburger Dialogs 2007, in dessen Mittelpunkt unter anderem die Themen: „Schwerpunkte der deutsch-russischen Zusammenarbeit im Bereich der Wirtschaft: Branchen – Regionen – Mittelstand“ und „Die Bedeutung von Bildung und Wissenschaft in Europa“ auf der Agenda stehen und der gemeinsamen Konsultationen, präsentiert sich die deutsche Wirtschaft in Russland in hervorragender Verfassung.




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„Die deutsche Wirtschaft ist in Russland über alle Branchen hinweg hervorragend aufgestellt – ein Trend, der sich im letzten Jahr noch deutlich verstärkt hat. Die Sogwirkung der großen Einzelhandelsketten und Industriegiganten aus Deutschland auf alle Industriezweige ist außerordentlich. Wir sind als deutsche Wirtschaft in Russland fast so gut aufgestellt wie im Heimatland. Was uns bei unseren Russlandgeschäften massiv zu gute kommt, ist die Qualität, die man fast automatisch mit deutschen Produkten in Verbindung bringt und die starke Stellung des Mittelstandes, der seine Leistungsfähigkeit in breiter Front unter Beweis stellt“, so der Präsident des Verbandes der Deutschen Wirtschaft in der Russischen Föderation, Prof.Claus Hipp, zur ökonomischen Situation der deutschen Unternehmen in Russland.

Die deutsche Wirtschaft hat in den ersten neun Monaten des Jahres ihre Spitzenposition in Russland gefestigt und weiter ausgebaut. Die Exporte nach Russland sind nach Angaben des Bundesamtes für Statistik im ersten Halbjahr 2007 um 33,2% auf 12,8 Milliarden Euro gegenüber dem ersten Halbjahr 2006 gestiegen. Besonders große Zuwächse gab es bei Maschinen (+ 36,4% auf 3,3 Milliarden Euro) und bei Kraftwagen und Kraftwagenteilen (+ 70,0% auf 2,4 Milliarden Euro). Auch die deutschen Investitionen stiegen deutlich an.

"Die deutschen Unternehmen haben zunehmend Vertrauen in die Rechtssicherheit in Russland. Das zeigen Großinvestitionen wie das kürzlich erfolgte Engagement von E.ON im russischen Stromsektor, aber auch zahlreiche Projekte des deutschen Mittelstandes im verarbeitenden Gewerbe“, so Michael Harms, Delegierter der Deutschen Wirtschaft in der Russischen Föderation.

Die russische Regierung habe in letzter Zeit eine ganze Reihe von "development agencies" geschaffen, die den Mittelstand in Russland fördern und zur Diversifizierung der Wirtschaft beitragen sollen. Das seien u. a. ein staatlich geförderter Venture Fond, der zur Infrastruktur-Finanzierung geschaffene Investitionsfond und eine nach KfW-Vorbild geschaffene Russische Entwicklungsbank, so Harms weiter.

Russland hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der gegenwärtig und perspektivisch attraktivsten Märkte für die deutsche Wirtschaft entwickelt. Besonders für klein- und mittelständische Unternehmen existieren gute geschäftliche Möglichkeiten. Die Flexibilität und das hohe Innovationspotential deutscher Mittelständler sind dabei ein entscheidender Vorteil im Markt.

Die gute Auftragslage in Russland wirkt sich auch in Deutschland positiv aus: Über langfristige Liefer- und Handelsverträge werden Arbeitsplätze gesichert oder neu geschaffen. Russische Mittelständler greifen ihrerseits gern auf die Erfahrungen ihrer deutschen Kollegen zurück. Über von der russischen Regierung initiierte Förderprogramme soll der volkswirtschaftlich wichtige Mittelstandssektor innerhalb der nächsten Jahre erheblich ausgebaut werden. Eine Voraussetzung für die Umsetzung dieser ehrgeizigen Ziele ist der weitere und schnellere Abbau bürokratischer Hürden und die konsequente Weiterentwicklung des gesetzlichen Rahmens.

Zum guten Gesamtbild der deutschen Wirtschaft trägt auch der hohe Grad der Diversifizierung – aus nahezu allen Wirtschaftsbereichen sind deutsche Unternehmen in Russland aktiv – bei. Über die traditionell guten wirtschaftspolitischen Beziehungen hinaus wurden auch branchenspezifisch die Kontakte intensiviert, z.B. auf den Gebieten: Verkehr und Logistik, Luft- und Raumfahrt, Bauwirtschaft, im Einzelhandel und im Dienstleistungssektor.

Dem Trend der letzten Jahre folgend, weiten viele Unternehmen ihre Tätigkeit mehr in die Regionen aus – die deutsche Wirtschaft ist mittlerweile in 63 der 86 Föderationssubjekte präsent. Diese Entwicklung ist auch ein Ergebnis des administrativen Wandels. "Die Rahmenbedingungen in Russland haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert", konstatiert Harms.