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18-09-2006 Weltraum
Kurzzeitiger Chemie-Alarm auf der ISS
Zwei Tage vor der Ankunft der Weltraumtouristin Anousheh Ansari hat es am Montag in der Internationalen Raumstation ISS Chemie-Alarm gegeben.

Wegen eines plötzlich auftretenden üblen Geruchs fürchteten die Astronauten, darunter der Deutsche Thomas Reiter, am Montag, dass Chemikalien ausgetreten sein könnten, wie die US-Raumfahrtbehörde NASA mitteilte. Die Raumfahrer mussten daraufhin Spezialhandschuhe und Masken anziehen. Die Belüftung auf der ISS sei vorübergehend abgeschaltet worden.

Kurz darauf konnten die Astronauten jedoch wieder Entwarnung geben. Es habe sich um den Geruch von Kaliumhydroxid gehandelt. Dies sei ein "irritierendes" Material, aber nicht lebensgefährlich, sagte ISS-Manager Mike Suffredini. Es habe keine Rauchentwicklung in der Kabine gegeben. Die Crew habe weder Gas- noch Sauerstoffmasken aufsetzen müssen. Die Belüftung sei routinemäßig abgeschaltet worden, um das Ausbreiten des Stoffs zu verhindern. Wie die Chemikalie austreten konnte, war zunächst unklar.

Am Morgen war die iranischstämmige US-Geschäftsfrau Anousheh Ansari als erste Weltraumtouristin ins All gestartet. Gemeinsam mit dem US-Astronauten Michael Lopez-Alegria und dem russischen Kosmonauten Michail Tjurin hob die 40-Jährige um 06.08 Uhr MESZ in einer Sojus-Kapsel vom russischen Weltraumbahnhof im kasachischen Baikonur ab. Die Sojus-Kapsel soll am Mittwoch an der Internationalen Raumstation ISS andocken und nach zehn Tagen zur Erde zurückkehren.