russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



28-09-2006 Weltraum
Technologische Basis für breite Kooperation mit USA im Weltraum geht verloren
Die USA haben endlich die definitive Variante ihres Raumschiffes ("Bemanntes Forschungsschiff" - CEV) gewählt, das die Shuttles ablösen soll (der letzte Shuttle-Flug ist für das Jahr 2010 vorgesehen).

Mit der Schaffung von CEV werden die Aussichten für die russisch-amerikanische Partnerschaft außerhalb der Erdatmosphäre verschlechtert, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Mittwoch in einem Beitrag von Juri Karasch, korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Weltraumfahrt "Konstantin Ziolkowski".

NASA-Chef Michael Griffin hat deutlich zu verstehen gegeben: Jegliche internationale Kooperation im Rahmen des US-amerikanischen Mondprogramms betrifft nur die Mondoberfläche. Dies bedeutet nichts weiter, als eine Beteiligung an der Errichtung der Infrastruktur eines amerikanischen Mondstützpunktes. Alle Hauptelemente für einen Flug zur Selene werden in den USA hergestellt.

Somit geht die technologische Basis für ein breites Zusammenwirken Russlands und der USA auf dem Gebiet der Raumfahrt, das auf zwei Bestandteilen - dem erdnahen Orbitalkomplex und dem "Sojus"-Transportraumschiff - beruht hat, verloren. Die USA wollen in den Jahren 2015 bis 2017 aus dem ISS-Programm aussteigen, und mit dem Erscheinen eines CEV wird das Bedürfnis für "Sojus"-Raumschiffe entfallen.

Vor diesem Hintergrund kann die jüngste Aussage des Chefs von Roskosmos (russische Weltraumbehörde), Anatoli Perminow, nicht umhin, einen ins Staunen zu versetzen: "Wenn wir in Zukunft entscheiden sollten, andere Planeten zu erschließen, werden wir nur auf der Grundlage der gleichberechtigten Zusammenarbeit und der globalen internationalen Partnerschaft darauf eingehen."

Das bedeutet eins von beidem: Entweder sieht der Roskosmos-Chef eine "Schrumpfung" der einheimischen Weltraumraketen-Branche auf eine solche Dimension voraus, bei der ihre Beteiligung an der Schaffung zweitrangiger Elemente eines USA-Mondstützpunktes als "gleichberechtigte" Zusammenarbeit mit Amerika gelten würde, oder durchkreuzt der Chef der Agentur von vorn herein die Zukunft der russischen Weltraumfahrt und nennt offenkundig unerfüllbare Bedingungen für ihre Entwicklung.

"Das Morgen" der russischen Weltraumfahrt ist nur auf dem Wege der Umsetzung nationaler großdimensionaler Innovationsprojekte möglich, die die Erschließung des Weltraums außerhalb der Mondlaufbahn durch bemannte Flüge vorsieht. Hierbei darf eine internationale Kooperation im Rahmen solcher Projekte nur zugelassen werden, insofern sie zu keiner Schlüsselbedingung für ihre Umsetzung wird. [ RIA Novosti ]