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06-12-2006 Weltraum
Wissenschaftler aus Russland warnen vor Sonnenstürmen
Russische Wissenschaftler erwarten stärker werdende geomagnetische Aktivitäten und heftige Explosionen auf der Sonne.

"Am vergangenen Dienstag war eine Sonneneruption mit der Stärke X9 registriert. In den 30 Jahren der Röntgenbeobachtungen der Sonne gab es insgesamt 25 von solchen Eruptionen mit diesem Ausmaß.





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Zuvor wurden sie bisher niemals bei einer minimalen Sonnenaktivität beobachtet. Gewöhnlich ereignen sich solche Eruptionen gerade bei einer maximalen Sonnenaktivität. Eben das ist erstaunlich", teilte ein Mitarbeiter des Zentrums für geophysikalische Prognosen (Russ. Abk.: ISMIRAN) RIA Novosti mit.

Ihm zufolge war diese Eruption fast 1000-fach stärker als jene, die wir früher beobachtet haben.

"Die ‚erwachte' Sonne zeigte sich am Montag, den 4. Dezember. Damals erschien am östlichen Rand der sichtbaren Sonnenscheibe eine neue Gruppe von Flecken, in der ständig Eruptionen mittlerer Stärke zu sehen waren. Einen Tag danach wurden sie durch eine Eruption abgelöst, die aufgrund der minimalen Sonnenaktivität rekordverdächtig war.

"Wenn sich eine solche Eruption in der Mitte der Sonnenscheibe oder westlich davon ereignet hätte, so könnte man sicherlich eine wesentliche Verschlechterung der Strahlungssituation in der Nähe der Erde und einen großen magnetischen Sturm erwarten", sagte der Gesprächspartner der Nachrichtenagentur.

Die östlichen Eruptionen üben gewöhnlich keinen Einfluss auf die Erde aus. Aber diesmal waren sie eine Ausnahme, fügte er hinzu.

"Eine nicht große Menge von auf der Sonne beschleunigten Elektronen und Protonen erreichte bereits die Erde. Vielleicht wird auch eine interplanetare Stoßwelle in einem oder zwei Tagen kommen, was eine verstärkte geomagnetische Aktivität auslösen wird", prognostiziert der Mitarbeiter von ISMIRAN.

"Wenn diese Eruption die erste in der Reihe ist, so werden die nächsten starken Eruptionen gefährlicher sein. Denn das Aktivitätsbereich in den darauf folgenden Tagen wird sich der zentralen Zone immer mehr annähern", betonte er.

"Das ganze Jahr 2006 verhielt sich die Sonne ruhig. Es gab überhaupt keine großen Eruptionen. Sogar Eruptionen mittlerer Stärke wurden zu einer Seltenheit", führte er aus.

Nach dem jüngsten Ausbruch der Sonnenaktivität am 7. September 2005 vergingen schon 15 Monaten. Deshalb waren die Wissenschaftler auf etwas Derartiges gefasst. Statistischen Angaben zufolge übersteigt der Zeitabstand zwischen den Ausbrüchen der Aktivität äußerst selten 400 Tage.

"Ab heute beginnt der magnetische Sturm. Aber diese Erscheinung hängt nicht mit der jetzigen Eruption zusammen. Dieser Sturm wurde viel früher prognostiziert", resümierte der Mitarbeiter des Zentrums. [ RIA Novosti ]