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28-12-2006 Weltraum
Europas Planeten-Suchmission Corot startet planmäßig
Europa hat die Suche nach neuen Welten im All aufgenommen: Planmäßig um 15.23 Uhr MEZ am Mittwoch startete vom kasachischen Weltraumzentrum Baikonur eine Sojut-Fregat-Rakete mit dem französischen Satellit Corot, der gezielt möglicherweise belebte Planeten außerhalb unseres Sonnensystems finden soll.



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Während seiner zweieinhalbjährigen Mission soll der Satellit versuchen, die so genannten Exo-Planeten unter rund 120.000 Sternen aufspüren und dann auf Grundlagen für Leben in anderen Sternensystemen zu testen. Dazu ist Corot mit einem Weitwinkel-Teleskop von 30 Zentimetern Durchmesser sowie zwei Kameras augestattet.

Corot auf Umlaufbahn im All eingeschwenkt

Europas Planeten-Sucher Corot ist erfolgreich auf seine Umlaufbahn um die Erde gebracht worden. Das sagte der Chef der französisch-russischen Raketen-Betreibergesellschaft Starsem, Jean-Yves Le Gall, knapp zwei Stunden nach dem Start des französischen Satelliten mit einer Sojus-Fregat-Rakete am Mittwoch unter dem Applaus der Gäste im kasachischen Weltraumzentrum Baikonur. "Dem Kleinen geht es gut, dies ist wirklich großartig", sagte der Chef der französischen Raumagentur CNES, Yannick d'Escata, in Toulouse.

Suche nach Planeten

Exo-Planeten sind bislang nur beim so genannten Transit zu sehen, wenn sie als winzige Punkte vor ihren hell strahlenden Hauptsternen vorbeifliegen und kurzfristig einen Teil davon verdunkeln. Von der Erde aus wurden seit der ersten Entdeckung 1996 etwa 220 Exo-Planeten gesichtet; Corot soll diese Suche in 896 Kilometern Höhe ergänzen und deutlich ausweiten. Dabei kommt der Mission der Abstand zur Erde zugute: Oben im Weltraum wird das Teleskop deutlich weniger durch Streulicht geblendet. Wenn Corot Transite von Planeten feststellt, soll der Satellit in einem zweiten Schritt felsige Planeten gezielt auf mögliche Grundlagen für Leben im All prüfen: Dazu kann er die Atmosphäre der neu entdeckten Exo-Planeten auf Kohlendioxid, Wasser und Ozon testen.

Nach Einschätzung der Franzosen, welche den Großteil der 170 Millionen Euro teuren Mission finanzieren, dürfte Corot "einige Dutzend" Exo-Planeten aufspüren. Die USA wollen 2008 die fünf Mal teurere Kepler-Sonde starten, die sich aus der Nachbarschaft der Erde lösen und in einer Sonnen-Umlaufbahn gezielt nach Exo-Planeten von der Größe unserer Erde suchen wird.