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12-04-2007 Weltraum
Reparaturen statt Wissenschaft: Russischer Kosmonaut kritisiert ISS
Die Internationale Raumstation ISS führt die Raumforschung in eine Sackgasse. Diese Meinung äußert der russische Kosmonaut Georgi Gretschko am Donnerstag in der „Nowyje Iswestija“.

„Als ich 1978 von meinem damaligen Dauerrekord-Flug mit der bemannten Raumstation zurückkehrte, schrieb ich in meinem Bericht, die ständige Präsenz von Teams an Bord der Raumstationen sei nicht die beste Kombination von Mensch und Automatik“, stellt Gretschko fest. „Wie die Erfahrung zeigt, hatte ich vor 30 Jahren Recht.“

Etwa zwölf Jahre nach jenem Flug Gretschkos schickten die Amerikaner das automatische Teleskop Hubble ins All. In der zurückliegenden Zeit wurde es dreimal von Astronauten repariert, demnächst soll es erneut instand gesetzt werden. Zugleich lieferte Hubble dutzendfach mehr wissenschaftliche Neuentdeckungen als alle Orbitalstationen mit deren Besatzungen und Raumtransportern, betont der russische Kosmonaut.

„Damit die ISS rentabel ist, müssen sechs Raumflieger ständig an Bord der Station arbeiten, die meiste Zeit sind dort aber nur zwei anwesend“, so Gretschko. „Sie sind dauernd mit Wartungs- und Versorgungsarbeiten beschäftigt und kommen kaum zu Forschungen. Mein Kollege Sergej Krikaljow, der an Bord der ISS gearbeitet hatte, erzählte mir, er habe sich nur sonntags mit der Wissenschaft beschäftigt. Für sechs Insassen gibt es aber vorerst kein Rettungsraumschiff für den Fall der Fälle.“

Kritisch äußerte sich Gretschko auch über die Praxis der Weltraumtouristik: „Ich bin mir nicht sicher, dass die 20 Millionen, die uns ein Weltraumtourist zahlt, wirklich in vollem Umfang in die Weltraumforschung investiert werden.“ [ Text -  RIA Novosti ]
[ Bild - russland.RU - die Internet-Zeitung ]