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18-04-2007 Weltraum
Weltraumfahrt: USA mit Problemen – Russland startet Satelliten
Europas Raumlabor Columbus kann wegen einer neuen Verzögerung im US-Shuttle-Programm erst gegen Ende des Jahres zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Wie die Raumfahrtagentur ESA am Dienstag in Paris mitteilte, ist der Start vom US-Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida nunmehr frühestens für den 6. Dezember geplant.

Die Columbus-Mission, Europas Hauptbeitrag zur ISS, sollte eigentlich im Oktober mit den ESA-Astronauten Hans Schlegel aus Deutschland und Léopold Eyharts aus Frankreich ins All starten. Die US-Raumfahrtbehörde NASA musste ihr gesamtes Shuttle-Programm wegen einer Reparatur umwerfen.

Wie das Johnson Space Center der NASA in Houston (US-Bundesstaat Texas) mitteilte, plant die NASA in diesem nun Jahr statt ursprünglich fünf nur noch vier Shuttle-Flüge zur ISS. Das Programm verzögert sich wegen der Reparatur von Schäden, die der Außentank der Raumfähre Atlantis im Februar bei Landen in einem Hagelsturm erlitt. Die Atlantis soll ab dem 8. Juni erneut starten.

Ursprünglich war ihre Mission STS-117 für den 15. März geplant gewesen. Als nächstes Shuttle soll ab dem 9. August die Raumfähre Endeavour starten. Die Discovery, die eigentlich als Gefährt für die Columbus-Mission STS-122 geplant gewesen war, soll frühestens am 20. Oktober abheben. Die Atlantis soll dann im Dezember das ESA-Labor zur ISS bringen.

Das 13 Tonnen schwere und 880 Millionen Euro teure Columbus-Labor wird an die ISS angekoppelt und soll Europa erstmals Langzeitforschung im All ermöglichen. Das Labor umfasst sieben Einrichtungen für Experimente, von denen zwei während der Mission STS-122 an der Außenwand - also direkt im Weltraum - angebracht werden sollen. Zum Modul, das mindestens fünfzehn Jahre lang einsatzbereit sein soll, gehört eine acht Meter lange Druckkabine mit viereinhalb Metern Durchmesser. Sie kann bis zu drei Forschungsastronauten aufnehmen. Diese sollen Experimente unter anderem aus Biotechnologie und Medizin ausführen, die unter den Bedingungen der Schwerkraft auf der Erde nicht möglich sind. Überwacht werden soll das Labor vom Kontrollzentrum Oberpfaffenhofen bei München.

Unterdessen meldete die Raketenbetreibergesellschaft Kosmotrass den ersten gelungenen Start einer russisch-ukrainischen Dnepr-Rakete seit dem Absturz einer Dnepr im Juli 2006. Die Trägerrakete, eine kommerzielle Version der einstigen sowjetischen Interkontinentalrakete SS-18 (NATO-Code: Satan), brachte von Baikonour in Kasachstan aus 14 zumeist sehr kleine Satelliten aus Ägypten, Saudi-Arabien und den USA ins All. Im vergangenen Juli war eine Dnepr mit insgesamt 18 Satelliten - darunter Nanosatelliten aus Italien und den USA - 150 Kilometer südwestlich von Baikonur abgestürtzt. Als Schadensersatz für die Umweltschäden hatte Russland Kasachstan eine Million Dollar gezahlt.