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17-06-2007 Weltraum
ISS-Besatzung bereitet Rückkehr der Atlantis zur Erde vor
Nach der Behebung einer bislang beispiellosen Computerpanne an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) haben sich die US-Astronauten am Wochenende daran gemacht, ihre Raumfähre Atlantis für die Rückkehr zur Erde instandzusetzen. Während ihres vierten und letzten Weltraumspaziergangs wollten sie am Sonntagabend eine letzte Reparatur an der Isolierschicht der Atlantis vornehmen.




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Die Landung der Atlantis ist für den 21. Juni vorgesehen. Mit der Raumfähre kehrt dann auch die US-Astronautin Sunita Williams zurück, die am Samstag den Rekord für den längsten Aufenthalt einer Frau im All - 188 Tage und vier Stunden - brach.

Die US-Astronauten Patrick Forrester und Steven Swanson verbrachten den Sonntagvormittag überwiegend damit, die Raumanzüge und Instrumente für ihren Ausstieg vorzubereiten, der um 12.33 Uhr (18.33 Uhr MESZ) beginnen sollte. Die Astronauten wollten ein vorstehendes Stück Isolierschicht am Antriebsblock der Atlantis reparieren und, falls noch Zeit bleibt, ein altes Sonnensegel soweit zusammenlegen, dass es verpackt und für einen späteren Wiederaufbau verwahrt werden kann.

Bei ihrem dritten Außeneinsatz am Freitag hatten die Astronauten Jim Reilly und Danny Olivas einen größeren Schaden an der Isolierschicht der Raumfähre behoben. Mit Hilfe von Klammern, wie sie auch von Chirurgen bei Operationen verwendet werden, klammerten sie das Hitzeschild zusammen. Beim Start der Atlantis am Freitag vergangener Woche vom Kennedy Space Center im US-Bundesstaat Florida hatte sich ein Stück der Verschalung gelöst, wodurch ein etwa zehn mal 15 Zentimeter großes Loch am Hitzeschild entstand. Wegen der erforderlichen Reparatur beschloss die US-Weltraumbehörde NASA, die Atlantis-Mission um zwei Tage zu verlängern.

Die NASA befürchtete, dass der Riss wegen der starken Hitzeentwicklung beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zu einem Risiko werden kann. Im Februar 2003 war das Space Shuttle Columbia wegen einer defekten Hitzekachel explodiert, alle sieben Astronauten kamen ums Leben.

Für größeren Wirbel hatte zwischenzeitlich der Ausfall von drei russischen Computern gesorgt, die für die Sauerstoff- und Wasserversorgung der Raumstation zuständig sind. Nach 48 Stunden gelang es der Crew, den Schaden zu beheben. Am Samstag gab die NASA Entwarnung: "Die Computer laufen wieder."

Genau um 01.47 Uhr (07.47 Uhr MESZ) am Samstag brach Williams der NASA zufolge den Rekord ihrer Landsfrau Shannon Lucid aus dem Jahr 1996. Williams hatte in diesem Jahr bereits einen Rekord zu verzeichnen, als sie nach vier Außeneinsätzen mit 29 Stunden und 17 Minuten soviel Zeit außerhalb eines Raumschiffs verbrachte wie keine Frau vor ihr. Mitte April absolvierte sie zudem als erste Astronautin einen Marathon im Orbit - auf einem eigens installierten Laufband legte sie die Langstrecke parallel zum berühmten Boston-Marathon in vier Stunden und 24 Minuten zurück.