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06-10-2007 Weltraum
Wie rentabel sind die Weltraumforschungen für Russland?
Anlässlich des 50. Jahrestages des ersten künstlichen Erdsatelliten hat sich die Tageszeitung "Gaseta" an mehrere Experten mit der Frage gewandt, wie groß Russlands Investitionen in den Weltraum waren bzw. sind und inwieweit sich diese als effektiv erwiesen haben.



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Martin Schakkum, Chef des Staatsduma-Ausschusses für Industrie, Bauwesen und wissenschaftsintensive Technologien (Fraktion "Einheitliches Russland"): "Zu den heutigen Preisen gerechnet sind hunderte von Milliarden Rubel für die Weltraumforschung ausgegeben worden. Bekommen hat das Land aber viel mehr. Und das ist mit unseren Ausgaben nicht vergleichbar.

Das sind die neuen Technologien, die internationale Anerkennung unseres Landes als eines der beiden führenden Weltraummächte und eine Menge von erworbenen Daten, die für die Entwicklung der Grundlagen- und der angewandten Forschung notwendig sind." Michail Deljagin, Direktor des Instituts für Globalisierungsprobleme: "Die UdSSR hat von den Weltraumforschungen mehr bekommen als sie dafür ausgegeben hat.

Diese Forschungen sind nämlich ein überaus mächtiges Entwicklungsinstrument beispielsweise für die modernen Technologien im gesamten militärisch-industriellen Komplex. Dank diesen haben wir unsere Sicherheit und das Ausbleiben eines größeren Krieges im Laufe einer längeren Zeit bekommen. Nach dem UdSSR-Zerfall entwickelt sich aber die Weltraumforschung nur aus eigener Dynamik und ist kein Instrument der technologischen Entwicklung. Deshalb sind diese Forschungen verlustbringend, während der Staat an diese von rein bürokratischen Positionen herangeht und nicht einmal versucht, ihre Rolle als einen Faktor der Entwicklung wiederherzustellen."

Nikolai Ryschkow, ehemaliger Vorsitzender des UdSSR-Ministerrates und Mitglied des Föderationsrates: "Dies sind gewaltige Ausgaben, die nicht nur wir, sondern auch viele andere Länder getragen haben. Dies sind aber auch gigantische Errungenschaften, die viel bedeutender sind, als die Ausgaben. Was aber die Haushaltsinvestitionen in die Weltraumforschung anbelangt - nennen Sie mir zumindest ein Land, in dem die Regierung nicht auf den Staatsetat geschaut hätte. Alle fühlen sich unterfinanziert: der Agrarsektor, das Hüttenwesen, die Nano-Technologien usw. Welche Privatfirma würde derart globale Bereiche bewältigen können wie die Nano-Technologien oder die Weltraumforschung?"

Igor Jurgens, Vizepräsident des Russischen Industriellen- und Unternehmerverbandes und Vorsitzender des Koordinierungsrates der Unternehmerverbände Russlands: "Die Weltraumforschung ist ein zukunftweisendes Projekt, das sich nicht mit Geld messen lässt. Es prägte den Geist der Nation, nach dem wir heute suchen und den wir nicht finden können. Ich unterstütze dieses aufwendige Projekt, das allerdings nur in den relativen Zahlen zu aufwendig erscheint."

Das Föderale Weltraumforschungsprogramm Russlands für die Jahre 2006 bis 2015 wird auf rund 14 Milliarden Euro geschätzt. Rund neun Milliarden Euro davon entfallen auf die Haushaltsausgaben. [ ria novosti ]