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06-04-2009 Weltraum
Erkenntnisse über Fehlschlag bei Nordkoreas Satellitenstart erhärtet
Nordkorea ist es auch nach russischen Erkenntnissen nicht gelungen, mit dem umstrittenen Raketenstart einen Satelliten ins All zu schießen. Russlands Weltraum-Kontrollsystem habe keinen Transport eines Satelliten in die Umlaufbahn festgestellt, verlautete am Montag aus ranghohen Kreisen des russischen Generalstabs.




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Nach russischen Erkenntnissen gebe es keinen nordkoreanischen Satelliten im Weltraum, hieß es am Montag nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax aus ranghohen Kreisen des Generalstabs. Damit wurden Informationen aus Südkorea und den USA erhärtet, wonach der Satellit gemeinsam mit den restlichen Teilen der Langstreckenrakete in den Pazifik stürzte. Auch das japanische Innenministerium teilte mit, bislang seien keine von einem nordkoreanischen Satelliten ausgestrahlten Radiowellen empfangen worden.

Eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats zu dem umstrittenen Raketenstart ging am Sonntag in New York (Ortszeit) ohne Ergebnis zu Ende. Bei den dreistündigen Beratungen plädierten die USA, Frankreich, Großbritannien und Japan nach Diplomatenangaben für eine scharfe Verurteilung Nordkoreas. Sie sehen in dem Raketenstart eine Verletzung der UN-Resolution 1718, die nach dem nordkoreanischen Atomwaffentest im Jahr 2006 verabschiedet worden war. Sie untersagt dem kommunistischen Land jegliche Tests mit ballistischen Raketen.

Fünf weitere Mitglieder des UN-Sicherheitsrats, darunter die Veto-Mächte Russland und China, sprachen sich laut Diplomaten für Zurückhaltung aus, um die Sechs-Nationen-Gespräche im Atomstreit mit Nordkorea nicht zu gefährden. "Wir sind jetzt an einem heiklen Punkt", sagte der chinesische UN-Botschafter Zhang Yesui im Anschluss an die Dringlichkeitssitzung vor Journalisten.

Die 15 Mitglieder des Sicherheitsrats hätten sich darauf verständigt, die Beratungen über eine "angemessene Antwort" auf den Raketentest fortzuführen, sagte der mexikanische UN-Botschafter Claude Heller, der derzeit dem Sicherheitsrat vorsitzt. Aus westlichen Diplomatenkreisen hieß es, der Sicherheitsrat werde sich möglicherweise auf eine Erklärung einigen, die frühere Resolutionen bestärke.

Japans Außenminister Hirofumi Nakasone äußerte die Hoffnung auf eine Verurteilung Nordkoreas in einer neuen Resolution. Die japanische Regierung will am Freitag über bilaterale Sanktionen beraten.

Südkoreas Präsident Lee Myung-Bak kündigte ein entschlossenes Handeln seines Landes an. Die Regierung werde "mit der nordkoreanischen Provokation entschlossen und streng umgehen", sagte Lee in einer Rundfunkansprache. "Der rücksichtslose Akt, der die regionale und globale Sicherheit gefährdet, kann unter keinen Umständen gerechtfertigt werden." Bei einem Treffen mit einer chinesischen Delegation in Seoul rief Lee Peking zu mehr Unterstützung in dem Konflikt auf.

Pjöngjang hatte am Sonntag ungeachtet aller internationalen Proteste eine Rakete gestartet. Nach nordkoreanischen Angaben beförderte sie einen Kommunikationssatelliten ins All. Die USA, Japan und Südkorea werfen dem kommunistischen Land jedoch vor, eine Langstreckenrakete getestet zu haben, die theoretisch bis zur US-Westküste reicht.