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27-05-2009 Weltraum
Russland schickt drei weitere Menschen auf die ISS


Langsam wird es eng an Bord der Internationalen Raumstation ISS: Am Mittwoch brechen zwei weitere Astronauten und ein Kosmonaut zu dem Hightech-Modul 350 Kilometer über der Erde auf - damit verdoppelt sich die Zahl der Langzeitbewohner an Bord.




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Zum ersten Mal werden dann Raumfahrer aller an der ISS beteiligten Partner in der Raumstation forschen und arbeiten. Und erstmals wird mit dem Belgier Frank De Winne im Herbst ein Europäer das Kommando an Bord der ISS übernehmen.

Um 16.34 Uhr Ortszeit (12.34 MESZ) soll eine russische Sojus-Rakete vom Weltraumbahnhof Baikonur in der kasachischen Steppe abheben. Am Freitag sollen die drei Raumfahrer dann die ISS erreichen, wo sie ein halbes Jahr bleiben werden. Auf die Reise wollten sich neben dem Belgier De Winne der Kanadier Robert Thirsk und der Russe Roman Romanenko machen. An Bord der ISS treffen sie auf den Russen Gennadi Padalka, den US-Astronauten Michael Barratt und den Japaner Koichi Wakata. Die länderübergreifende Zusammenarbeit im All und auf der Erde sei ein Beispiel dafür, dass gemeinsam "unglaubliche Sachen" erreichbar seien, sagte De Winne kurz vor seinem Abflug.

An Bord der ISS wird Romanenko mit 37 Jahren der Jüngste sein. Für ihn ist es die erste Reise ins All. Doch in der ISS kann er gewissermaßen auf vertrauten Spuren wandeln: Sein Vater Juri war noch zu Sowjetzeiten Kommandeur der Raumstation. Auch für den 55-jährigen Thirsk ist der Flug zur ISS etwas Besonders: Länger als 18 Tage war ein kanadischer Astronaut bisher nie im All - Thirsks Einsatz dauert nun gleich ein halbes Jahr.

Anders als bei bisherigen Missionen hat die Mannschaft an Bord diesmal ganze vier Monate Zeit, den Neuankömmlingen die Neuerungen und den Stand der Arbeiten zu zeigen. Damit hat die höhere Besatzungszahl auch ihr Gutes. Dass es aber mindestens zum Teil Platzprobleme geben wird, lässt sich nicht leugnen.

Im Vorfeld wünschten sich die ISS-Bewohner bereits einen größeren Tisch in der ISS, "an dem wir alle zusammen essen und reden können", wie Romanenko sagte. Wenn die Raumfahrer dann gemeinsam an der Tafel sitzen, können sie diesmal auch kanadische Spezialitäten kosten: Thirsk kündigte an, unter anderem Rentierfleisch mit ins All zu nehmen.

Der Flug zur ISS ist für die Raumfahrer aber natürlich nicht nur ein Vergnügen - die Arbeit steht für sie im Mittelpunkt. So wird Thirsk unter anderem Medikamente für eine Studie einnehmen, die Mittel gegen Knochenschwund in der Schwerelosigkeit untersuchen soll. Im vergangenen Jahr wurde an der ISS das europäische Columbus-Labor montiert, das drei Forschern Platz für Versuche zu Biotechnik, Medizin, Material- und Flüssigkeitenforschung bietet. Das japanische Forschungslabor Kibo wiederum soll Platz für vier ISS-Bewohner bieten. Weil dies alles einen höheren Energieverbrauch bedeutet, brachten Astronauten in diesem Jahr bereits ein viertes Solarmodul zur Stromgewinnung an der ISS an.

Hightech bestimmt auch das Alltagsleben der Astronauten an Bord der ISS. Seit kurzem ist eine Anlage in Betrieb, die den Urin der Besatzung zu Wasser wiederaufbereitet. Während das Team im All die knapp 183 Millionen Euro teure Anlage bereits einige Tage testen konnte, wird dies eine der Sachen sein, mit denen sich die Neuankömmlinge erst einmal vertraut machen müssen.