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28-05-2009 Weltraum
Großes Treffen auf der ISS
Die Verdoppelung der Besatzung der Internationalen Raumstation ISS auf sechs Mann bedeutet einen Meilenstein in der Erkundung des Weltalls. Erstmals kann mit der Ankunft der drei neuen Astronauten am Freitag die neue Kapazität der Station ausgeschöpft werden.



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Und erstmals werden Raumfahrer aller an der ISS beteiligten Partner - USA, Russland, Europa, Japan und Kanada - gleichzeitig in rund 350 Kilometern Höhe über der Erde forschen und arbeiten.

Die Raumstation ist Experimentierfeld und Beobachtungsposten zugleich. Wissenschafts-Astronauten nutzen sie für Versuche, die unter den Bedingungen der Schwerkraft auf der Erde nicht möglich sind. Außerdem können die Raumfahrer, die alle 90 Minuten mit einer Geschwindigkeit von 28.000 Stundenkilometern die Erde umkreisen, von der ISS aus das Universum gründlich ins Visier nehmen.

Im November 1998 wurde das erste Modul der ISS ins All gebracht, wie ein Puzzle wächst die Station seitdem mit jeder Ladung, die russische und US-Raumfähren transportieren. Im vergangenen Jahr wurde das in Bremen gebaute Columbus-Labor montiert, das drei Forschern Platz für Versuche zu Biotechnik, Medizin, Material- und Flüssigkeitenforschung bietet. Im japanischen Forschungslabor Kibo soll künftig sogar Platz für vier Astronauten sein. Um den höheren Energieverbrauch zu decken, brachten Astronauten in diesem Jahr ein viertes Solarmodul an der ISS an, das 50 Häuser mit Strom versorgen könnte.

Im Oktober wird mit dem Belgier Frank De Winne zum ersten Mal ein Europäer das Kommando an Bord der ISS übernehmen. De Winne ist nach dem Deutschen Thomas Reiter im Jahr 2006 der zweite Europäer, der einen vollen Forschungszyklus von sechs Monaten auf der ISS verbringt. Die begehrte Arbeitszeit auf der Station bleibt trotz der Erweiterung streng reglementiert: Die Europäische Raumfahrtagentur ESA darf nur 8,3 Prozent der Forschungszeit beanspruchen, also nur alle zwei Jahre für sechs Monate einen Astronauten zur ISS schicken.

Weitere acht Flüge der in die Jahre gekommenen US-Raumfähren sind bis zur Fertigstellung der ISS im kommenden Jahr geplant. Die Station wird dann die Ausmaße eines Fußballstadions haben: 110 Meter lang, 90 Meter breit, 80 Meter hoch. Ihr Gesamtgewicht wird bis dahin von heute 300 Tonnen auf 450 Tonnen zunehmen. Das Meisterwerk der Ingenieurskunst hat seinen Preis: Hundert Milliarden Dollar (80 Milliarden Euro) kostet die ISS insgesamt, den größten Teil trägt die US-Raumfahrtbehörde NASA. [ russland.RU ]