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09-10-2005 Weltraum
Raumfahrtagentur in Russland sieht Klima-Satellit CryoSat verloren
Die CryoSat-Mission der Europäischen Raumagentur ESA ist gescheitert. Der Klima-Satellit CryoSat sei verloren, teilte ein Sprecher der russischen Raumfahrtagentur am Samstagabend in Moskau nach einem Bericht der Agentur Itar-Tass mit.

Der ESA-Satellit war um 17.02 Uhr (MESZ) mit einer Rockot-Rakete vom russischen Weltraumbahnhof Plesezk, 800 Kilometer nördlich von Moskau, gestartet, anschließend war der Kontakt abgebrochen.

"Wir nehmen an, dass der Satellit in den Lincoln-See nahe am Nordpol abgestürzt ist", sagte Generalleutnant Oleg Gromow von der russischen Raumfahrtagentur. Es sei nicht gelungen, den Satelliten wie geplant auf eine Umlaufbahn um die Erde zu bringen. Dies habe an einer "Störung in der Schlussphase der zweiten Stufe der Rockot-Rakete" gelegen. Auch ein ESA-Sprecher in Paris bestätigte, dass der Kontakt zu dem Satelliten abgebrochen sei. Nach den ursprünglichen Planungen sollte der Satellit rund anderthalb Stunden nach dem Start im All ausgesetzt werden.

Mit der CryoSat-Mission wollten Wissenschaftler das Abschmelzen der Polkappen erforschen.
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Mindestens drei Jahre lang sollte der Radar-Satellit aus 720 Kilometern Höhe Präzisionsbilder von den schwer zugänglichen Polarregionen zur Erde schicken. CryoSat wurde vom Luft- und Raumfahrtkonzern EADS gebaut. Der 650 Kilogramm schwere Satellit kostete 140 Millionen Euro.

Die Wissenschaftler wollten mit Hilfe des neuartigen Satelliten verfolgen, wie schnell das Eis an den Polkappen schmilzt. Experten der Gruppe Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) gehen davon aus, dass sich die durchschnittliche Oberflächentemperatur auf der Erde im 20. Jahrhundert um 0,6 Grad Celsius erhöht hat. Modelle sagen eine weitere Erwärmung zwischen 1,4 und 5,8 Grad in den kommenden hundert Jahren voraus. Damit ist über kurz oder lang ein Abschmelzen der Polkappen und Gletscher wahrscheinlich, was zu einem Anstieg des Meeresspiegels von mehr als einem Meter führen würde.