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11-10-2005 Weltraum
Nach den jüngsten Misserfolgen bei Raketenstarts in Russland sind die Versicherungen teurer
Die jüngsten misslungenen Starts der russischen Weltraumraketen "Wolna" und "Rokot" müssen aus den künftigen Gewinnen bezahlt werden, weil die Versicherung der nächsten Starts teuer werden könnte. Das stellte die Zeitung "Bisnes" am Dienstag fest.

Die jüngsten Abstürze ändern nichts an der führenden Position Russlands auf dem Markt der Weltraumstarts mit Hilfe der leichten modernisierten ballistischen Raketen, führt das Blatt weiter aus. Mangels einer Konkurrenz seitens der westlichen Analoga bleibt Russland weiterhin der Spitzenreiter auf dem Markt, der auf 80 Millionen Euro im Jahr geschätzt wird.

"Unserem Ansehen wird dieser Misserfolg kaum schaden, weil die vorangegangenen zehn Starts (von Rokot) erfolgreich waren", sagte ein Sprecher der russischen Luft- und Raumfahrtbranche. "Keine einzige Rakete ist zu 100 Prozent sicher."

Die einzige direkte Folge des Vorfalls besteht darin, dass der Gewinn der russischen Seite geringer wird, weil sie den Absturz verursacht hat. Insofern werden die Versicherungsgesellschaften ihre Tarife ganz bestimmt anheben, eventuell auf 20 Prozent des Wertes des Starts. "Oft werden mehrere darauf folgende Starts unter unrentablen Bedingungen vorgenommen, nur um den Ruf wieder gutzumachen", hieß es.

Die Raketen vom Typ "Wolna" und "Rokot" sind ehemalige ballistische Raketen, die für kommerzielle Starts modifiziert wurden. Während "Wolna" ein relativ junges und preiswertes Projekt (rund 800 000 bis 1,6 Millionen Euro pro Start) ist, so war "Rokot" ein mit 9,5 bis elf Millionen Euro wesentlich teueres und länger getestetes Projekt.

Die Experten schätzen "Rokot" als eine zuverlässige Rakete ein. Bis zur Klärung der Ursachen des misslungenen Starts werden nun aber alle "Rokot"-Starts ausgesetzt. Der Plan der kommerziellen "Rokot"-Starts wird dabei allerdings kaum revidiert, erfuhr das Blatt. Der Misserfolg traf dafür die Einnahmen des europäischen Konzerns EADS: Das Marketing der Starts nimmt die Gesellschaft "Ewrorokot" vor, in der 51 EADS und 49 Prozent dem Staatlichen Weltraumforschungszentrums "M. Chrunitschew" gehören. (RIA)