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11-11-2005 Weltraum
Russlands Raumfahrt bekommt mehr Geld
Eine beachtliche Vergrößerung der Finanzierung der russischen Weltraumbranche ist vorgesehen, berichtet die "Iswestija" am Freitag. 2006 wird sich ihr Etat auf rund 575 Millionen Euro belaufen, womit Russland hinsichtlich der Finanzierung der Weltraumforschung mit Indien die Plätze fünf und sechs hinter den USA, der EU, Japan und China teilen wird.

Wie Anatoli Perminow, Chef der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos, behauptete, wird die Tendenz zu einer beachtlichen Mehrfinanzierung auch künftig bestehen.

2004 brachte Russland mit 23 Sputniks zwei Apparate mehr ins All als 2003. Dies macht 42,6 Prozent aller Weltraumstarts aus; auf die USA entfallen 29,6, auf China 14,8 Prozent, auf die EU 5,6 und auf Indien 1,9 Prozent.

Selbst wenn die Amerikaner heute ihre Shuttles im Betrieb hätten, wäre Russland der Weltspitzenreiter geblieben. Die Konkurrenzfähigkeit wird durch Großverträge mit Brasilien, Frankreich und Indien bestätigt.

Heute kreisen 770 Weltraumapparate um die Erdkugel, 424 davon gehören den USA. Russland liegt auf Platz zwei mit 98. Davon sind 35 Sputniks im Interesse der Volkswirtschaft im Einsatz, 55 bedienen das Verteidigungsministerium, viele haben eine Doppelbestimmung. Für die Forschung arbeitet nur ein einziger Apparat.

Mit den Raketen des Typs Proton werden 35 Prozent der Starts realisiert. Auf die Raketen vom Typ Dnjepr, Zenit und Zyklon entfallen jeweils ein bis zwei Starts im Jahr. Gearbeitet wird an einer modernisierten Proton-Rakete sowie an einer neuen Serie der Angara-Raketen, in denen umweltfreundlicher Treibstoff verwendet wird. Die schwerste Rakete der Serie, Angara-5, wird stärker als Proton sein und im Unterschied zum Letzteren nicht vom Kosmodrom Baikonur, sondern auch vom Kosmodrom Plessezk im Norden des Landes starten können. Gearbeitet wird an neuen Varianten der Zyklon- und der Zenit-Rakete.

2005 wurde beim Luft- und Raumfahrtsalon in Schukowski bei Moskau eine Raumfähre vom Typ Clipper vorgestellt, die im Produktionskomplex "Energija" entwickelt wird. Die russische Raumfähre ist für sechs Insassen bestimmt, dabei wesentlich geräumiger als die Sojus-Raumschiffe und könnte bei Mond- und Mars-Expeditionen eingesetzt werden. (RIA)