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17-12-2005 Weltraum
Russland versenkte seinen letzten Forschungssatelliten
Der 2001 gestartete zwei Tonnen schwere russische Forschungssatellit "Koronas-F" ist jetzt im Indischen Ozean versenkt worden, berichtet die "Iswestija" am Freitag. Der Sputnik, der die Sonnenaktivität und Magnetstürme nach den Ausbrüchen auf der Sonne beobachtet hatte, war der letzte kosmische Forschungsapparat Russlands.

Die USA verfügen derzeit über rund 40 Forschungssatelliten, die europäischen Länder über rund zehn. Fünf Forschungssputniks hat Japan, selbst China hat ein Paar primitive Sputniks. Russland dagegen hat in den letzen 15 Jahren ganze fünf Forschungssatelliten gestartet. Einer davon, eine Marssonde, ging bereits in der Erdumlaufbahn verloren. Drei Apparate zur Erforschung der Sonnenaktivität waren 1994 und 1995 gestartet worden und beendeten gegen 2000 ihre Existenz. Dieser Forschungsbereich ist dermaßen wichtig, dass China seine Satelliten gerade auf diese Aufgabe orientiert hat. Russland wird Angaben über die Sonnenaktivität und die Magnetstürme vom amerikanischen SOHO-Teleskop bekommen müssen, das sich seit zehn Jahren in der Umlaufbahn befindet.



Dennoch hat Russland drei Geräte behalten, die an Bord fremder Satelliten arbeiten, nämlich des amerikanischen Satelliten Mars-Odyssey sowie der europäischen Mars-Express und Venus-Express.

Außerdem sollen Komplexe russischer Forschungsausrüstungen an Bord der ersten amerikanischen Sonde, die 2008 im Rahmen des Programms der Mondkolonisierung gestartet wird, und auf dem neuen amerikanischen Marsfahrzeug montiert werden, das 2009 eingesetzt werden soll.

Was eigene Forschungssatelliten anbelangt, so steht der Start von sechs astrophysikalischen Labors für die Beobachtung fremder und außergalaktischer Objekte in verschiedenen Bereichen des Spektrums auf dem Föderalen Weltraumprogramm bis 2015. Zuerst soll 2007 das Observatorium Radioastron gestartet werden. Weiter stehen Starts von Sonden zum Mars-Mond Phobos (2009), zum Mond (2012) und zum Venus (2016) auf dem Plan.

In der russischen Weltraumbehörde Roskosmos wird versichert: Alle Pläne sind realisierbar und sind unter Berücksichtigung der realen Summen zusammengestellt worden, die für das russische Raumforschungsprogramm bereitgestellt werden. Im Rahmen der meisten Programme wurde die Arbeit bereits aufgenommen. (RIA)