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07-07-2006 Weltraum
Russland will 21 Prozent vom Weltraumraketenmarkt
Russlands Regierung hat ein Programm der Entwicklung der Weltraumraketenindustrie bis zum Jahr 2015 behandelt. Der zivile Bereich macht nur 20 Prozent der russischen Weltraumbranche aus, der Rest ist mit der nationalen Verteidigung und Sicherheit verbunden und gilt dementsprechend als geheim, schreibt die "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag. Aus diesem Grund wurde diese Frage hinter verschlossenen Türen diskutiert.

Premier Michail Fradkow räumte ein, dass für die Verteidigung der führenden Positionen bei der Erschließung des Weltraums ernsthafte Bemühungen unternommen werden müssen. Gegenwärtig entfallen auf Russland elf Prozent des globalen Marktes der Weltraumraketentechnik. Die Regierung möchte diesen Anteil aber auf 21 Prozent vergrößern. Wie das Blatt von Regierungskreisen erfuhr, wurde aus prinzipiellen Gründen auf jenes Modell einer Produktionsmodernisierung verzichtet, das bereits in der Kfz-Industrie erprobt wurde: Es wäre unproduktiv und für die nationale Sicherheit gefährlich, mit westlichen Firmen zu fusionieren und die russischen Betriebe, die Raketen und Weltraumapparate herstellen, in "Zusammenbaufabriken" zu verwandeln.

Die nun beschlossene Strategie sieht die Bildung von drei-vier integrierten Strukturen vor. Nach Angaben der Zeitung werden mehr als die Hälfte der 112 Betriebe der Branche in Staatsunternehmen vereint. Dieser Zusammenschluss soll die notwendigen Voraussetzungen für eine Verringerung des technologischen Rückstands schaffen. Auf diese Weise soll eine Steigerung der Produktion der dem internationalen Standard entsprechenden Weltraumraketentechnik von 41 auf 100 Prozent erreicht werden. Das jährliche Wachstumstempo in der Branche soll dabei acht Prozent betragen.

"Für die Steigerung der Konkurrenzfähigkeit auf dem Markt der Weltraumdienstleistungen sind große Anstrengungen erforderlich", sagte Anatoli Perminow, Chef der russischen Weltraumbehörde Roskosmos, vor Journalisten. Bis 2015 soll Russland gemäß dem in der Regierungssitzung beschlossenen Dokument "stabile Positionen im Bereich der bemannten Raumfahrt" haben. Die Strategie setzt die Entwicklung neuer Muster der Weltraumraketentechnik und eine Steigerung der Qualität der Erzeugnisse voraus. Vorgesehen ist auch eine schrittweise Vergrößerung des Anteils der zivilen Erzeugnisse in den Betrieben der Weltraumraketenindustrie: Bis 2010 soll dieser von 20 auf 30 Prozent erhöht werden. [ RIA Novosti ]