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23-02-2004 Bücher
Jekatarina
von Marienhof, Anatoli <übersetzt von: Veit, Birgit> (Rußland)

Mich hat der eypressionistische Stil Marienhofs begeistert, seine gnadenlose, satirische Sicht der Ereignisse, die von allem Pomp und fast religiöser „Anbetung“ befreite Darstellung großer historischer Personen als Menschen mit allen (und noch mehr) menschlichen Schwächen.


»Jekatarina« ist tatsächlich keine billige Satire, kein Pamphlet, sondern ein höchst informatives historisches Zeitdokument in Romanform – und zwar in zweierlei Hinsicht: einmal über die Einstellung Marienhofs und die Situation der Schriftsteller in den 30er Jahren unter Stalin und zweitens über das Leben Katharinas II., die Politik und das Leben zu dieser Zeit.

Es empfiehlt sich dringend, das Nachwort von Olga Martynova zuerst zu lesen! Das Verständnis und der Genuß wird dann um ein Vielfaches größer sein

Inhalt:
Was treibt einen Menschen, der bedingungslos ins Zentrum der Macht strebt? Und welchen Preis ist er bereit, dafür zu zahlen? Diesen Grundfragen der Menschheit, die zu jeder Zeit Konjunktur haben, geht der endlich wieder entdeckte russische Avantgardist Anatoli Marienhof in „Jekaterina“ nach.

Der Roman setzt ein mit der Geburt von Sophie Friederike Auguste Prinzessin von Anhalt-Zerbst, genannt Fieke, und zeichnet den Aufstieg der Deutschen zur russischen Zarin Katharina II. nach. Den Aufstieg einer Frau, die mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln nach der Krone strebt, dabei vor gefährlichen politischen Ränkespielen und Intrigen nicht zurückschreckt.

Der Autor:
Anatoli Marienhof (1897-1962) wurde in Nizhniy Novgorod geboren. Neben Sergej Jessenin zählt er zu den wichtigsten Vertretern des literarischen Imaginismus der zwanziger Jahre. Unter Stalin waren Marienhofs Romane verboten, so dass der Autor lange Zeit in Vergessenheit geriet. Erst in den neunziger Jahren wurde Marienhof wieder entdeckt.
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