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09-07-2003 Bücher
Reise in den siebenten Himmel
Pawel Alexejewitsch ist Arzt in der Sowjetunion; er stammt aus einem alten Medizinergeschlecht. Seine Intuition, sein 'innerer Blick', macht ihn zu einem erfolgreichen, berühmten Frauenarzt; er wird sogar Mitglied der Akademie der Wissenschaften und praktisch unangreifbar für politische und bürokratische Neider. Eine der Frauen, der er mit seiner Kunst das Leben rettet, ist Jelena. Sie ist fünfzehn Jahre jünger als er und hat eine kleine Tochter, Tanja. Pawel und Jelena heiraten, nachdem sie die Nachricht erhalten haben, daß Jelenas Mann an der Front gefallen ist, und ihre Ehe ist zehn Jahre lang harmonisch und glückliche, wie sie es besser nicht sein könnte; tief in Jelenas Unterbewußtsein hat sich jedoch eingegraben, daß ihr Mann genau an dem Tag im Krieg gefallen ist, als Pawel und sie zum ersten Mal miteinander geschlafen haben.

Tanja wird von Pawel umsorgt und geliebt, als ob es seine eigene Tochter wäre, zumal Jelena nach der lebensrettenden Operation keine Kinder mehr haben kann. Aber eben diese lebensrettende Operation wird in einem Streitgespräch über Ethik in der Medizin zum Auslöser für das tiefgreifende Zerwürfnis zwischen Pawel und Jelena, das keiner von ihnen gewollt hat und unter dem beide lebenslang leiden. Der Streit zwischen Pawel und Jelena hat aber nicht nur ihre idyllische Ehe zerstört, Jelena wird zusehends kränker, ihre Bewußtseinslücken werden immer größer, bis sie fast ausschließlich in einer anderen Welt lebt.

Und ebenso sind es ethische Wertvorstellungen, die später Tanja aus ihrem Beruf und aus der Gesellschaft ausbrechen lassen. Selbst die tiefe seelische Verbundenheit zu ihrem 'Vater' scheint zeitweilig unwiderruflich zerstört zu sein. Allein Pawel ist der zwar immer älter werdende aber gleichbleibend ruhende Pol der Familie, in der auch noch eine weitere Adoptivtochter und die alte fast blinde Hausangestellte Wassilissa, die schon Jelena mit in die Ehe gebracht hat, leben.
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