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25-02-2005 Bücher
Eine Frau in Berlin - Tagebuch-Aufzeichnungen vom 20. April bis 22. Juni 1945
von Anonyma (Deutschland)

Ein wahrlich schonungsloser Bericht über die erste Zeit nach dem Einmarsch der Roten Armee in Berlin – als es nur wichtig war, jetzt auch noch zu überleben, nachdem man den Krieg überlebt hatte.


Das Verhalten der Soldaten der Deutschen Wehrmacht und der SS in Rußland war noch bis vor ganz wenigen Jahren ein Tabuthema, einige glorifizierende Vorstellungen mussten seitdem revidiert werden, über dieses Thema wird noch immer geschwiegen.

Inhalt:
Wer erfahren will, wie es wirklich war, wird sich an die Frauen halten müssen. Denn die Männer haben sich in den Ruinen als "das schwächere Geschlecht" gezeigt. So sieht es die Autorin dieses Buches, die das Ende des Krieges in Berlin erlebt hat. Ihre Aufzeichnungen sind frei von jeder Selbstzensur. Ohne die geringste Retouche sind sie 1959 in einem kleinen Schweizer Verlag erschienen. Seitdem waren sie nicht mehr zugänglich; erst nach dem Tod der Verfasserin ist eine Neuausgabe möglich geworden. Nicht das Ungewöhnliche wird in diesem einzigartigen Dokument geschildert, sondern das, was Millionen von Frauen erlebt haben: zuerst das Überleben in den Trümmern, ohne Wasser, Gas und Strom, geprägt von Hunger, Angst und Ekel, und dann, nach der Schlacht um Berlin, die Rache der Sieger. Von jenem Selbstmitleid, an dem die geschlagenen Deutschen litten, fehlt hier jede Spur. Illusionslose Kaltblütigkeit, unbestechliche Reflexion, schonungslose Beobachtung und makabrer Humor zeichnen das Tagebuch aus. Lakonisch stellt die Autorin fest: "Die Geschichte ist sehr lästig." Auch darin zeigt sich ihre innere Überlegenheit, daß sie sogar unter den vergewaltigenden und plündernden russischen Soldaten noch sehr genau zu differenzieren weiß.

Die Autorin:
Es war der verständliche Wunsch der Verfasserin, daß ihr Name ungenannt bleibt. Schon aus diesem Grund verbieten sich Spekulationen über ihre Identität.
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