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26-09-2005 Bücher
Deutsche
von Welembowskaja, Irina <übersetzt von: Heresch, Elisabeth> (Rußland)

Nach vielen grauenhaften Berichten über Zwangsarbeit und Gulag in Rußland ist es gut, daß es auch dieses gab, und daß auch darüber geschrieben wurde.


Inhalt:
Auf einer verschneiten Eisenbahnplattform im Norden des Uralgebirges, tausende Kilometer vom tobenden Krieg entfernt, treffen sie aufeinander: Deutsche Zwangsarbeiter aus Rumänien und die Bewohner einer kleinen armen Minensiedlung. Es war wie der Aufprall zweier Welten. Konflikte, die den Schatten des Krieges noch schärfer machen, aber gleichzeitig auch die Überwindung des Feindbildes sind in Irina Welembowskaja´s Roman verdeutlicht. Das Menschliche in unmenschlichen Situationen zu bewahren, und Brücken der Verständnis und Hilfsbereitschaft zu bilden; die Autorin kennt die Situation aus eigener Erfahrung. Der Roman, der fast 50 Jahre auf seine Veröffentlichung wartete, zeigt uns die Hoffnung auf Überleben in einer von blutigen Konflikten zerrissenen Welt.

Leseprobe:
Die Minensiedlung Nischnij Tschis lag mitten im Herzen des Ural, an der Grenze von Europa und Asien. Der wasserreiche schnelle Fluss Tschis war jetzt unter einem dicken Eispanzer gefangen. Zwischen schneebedeckten Halden ragten dunkel drei große dampfbetriebene Schwimmbagger aus dem Eis. Die Siedlung breitete sich hoch über dem Ufer des Flusses aus, dahinter türmten sich Berge und rauschte ein Tannenwald.




Laptjew kam am späten Abend in Nischnij Tschis an, einen Tag vor der Ankunft seiner Deutschen. Von der Plattform des ersten Wagons aus betrachtete er die Siedlung, die aus dem Nebel auftauchte, und die Lichter, die da und dort aufflackerten. Es war grimmig kalt. Man schrieb den 24. Februar 1945.

Im Gebäude der Minenverwaltung brannte kein Licht mehr. Nur das Fenster im ersten Stock war noch erleuchtet. Der Nachtwächter brachte Laptjew zu einer Tür; das Schild trug die Aufschrift "Forstverwaltung".
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