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06-04-2007 Bücher
Der Schneeleopard

von Aitmatow, Tschingis <übersetzt von: Hitzer, Friedrich> (Russland)
Buchbesprechung
Mit »Der Schneeleopard« hat Tschingis Aitmatow sicher sein (vorläufiges?) Meisterwerk geschrieben.


Malerisch, gefühlvoll – wie nur er es versteht – beschreibt er Liebe und Natur und legt doch gleichzeitig den Finger in die Wunden der modernen Zeit.

bei russland.TV

Tschingis Aitmatow im Literaturhaus in München – Begrüßung durch Oberbürgermeister Dr. Christian Ude


Man fragt sich, woher er diese Ausdruckskraft nimmt, ohne die überbordenden Gefühle kitschig werden zu lassen. Wahrscheinlich ist es das andere Verständnis seiner Kultur von Seele und Natur, das unserer Kopf betonten Zivilisation vollständig abgeht. Überspitzt könnte man sagen, er schreibt nicht (besser nicht nur) aus dem Kopf, sondern aus der Seele.

Einerseits ist dieser Roman seiner berühmten »Dshamilja« mindestens ebenbürtig, andererseits ist er eine herbe Kritik an der postsowjetischen Situation seines Landes – wobei hier eine gehörige Portion berechtigte Enttäuschung und Anklage mitklingt.

Faszinierend ist es, wie er uns Leser in seinen Bann zieht und uns übergangslos mit verschiedenen Problemen konfrontiert; man erkennt eigentlich erst in der Rückschau auf das Gelesene den Komplex der neuen zivilisatorischen Wunden.

Für uns Kopfbetonte gibt es in diesem Roman keine Erlösung – es gibt kein Happy End –, für seine Kultur ist allein schon das Bestehen der transzendentalen Welt Grund, Mut zu fassen. Ein ergreifendes Meisterwerk!

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