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27-08-2007 Bücher
Wie die Weltrevolution einmal aus Versehen im Schwarzwald begann
Mein Leben zwischen Mao, Che und anderen Models von Geiges, Adrian (Deutschland)

Diese „belletristische Autobiografie“ – von der Adrian Geiges sagt „dies ist keine Autobiografie mit Anspruch auf Vollständigkeit“ (man beachte den zweiten Teil des Satzes) – ist ein Stück Zeitgeschichte, belletristisch geschrieben und journalistisch gewürzt.


Geschickt versteht er es, Fakten und Daten, durch leise Ironie (noch wichtiger: auch Selbstironie) einerseits und freizügige Schilderungen seines Liebeslebens andererseits angereichert, so darzubieten, dass man einfach weiterlesen muss und nie den Eindruck erhält, ein „Geschichtsbuch“ oder eine „Gesellschaftskritik“ zu lesen, was sein Wie-er-es-auch-immer-nennt-Buch aber in der Tat auch ist.

Dass er im Innersten bei allem Pragmatismus ein überzeugter Linker ist, kommt bei der (zu?) ausführlichen Beschreibung seines Engagements in China für die Firma Elpersmann (man beachte die Ähnlichkeit mit dem Namen Bertelsmann, für die er in China gearbeitet hat) zum Vorschein.

Eine spannend geschriebene, wissensreiche und damit höchst lesenswerte „Autobiografie“.

Inhalt:
Von der humorfreien Kaderschmiede übers quotengeile Privatfernsehen zum Manager eines Weltkonzerns nach China: Ein Abenteurer seiner Generation erzählt.

Schmale Schultern, Cordhose, Brille, Nichtraucher, schüchtern – und trotzdem gilt Adrian Geiges im beschaulichen Staufen als Rebell und Bürgerschreck. Denn Adrian ist Mitglied der SDAJ, der Jugendorganisation der DKP. Friedensbewegt und theoriefest in Sachen Mao, Marx und Lenin träumt er davon, als Berufsrevolutionär das bürgerliche Leben hinter sich zu lassen. Doch Adrian ist nicht nur Kommunist, sondern vor allem ›Pragmatist‹. Und macht sich mit Elan auf seinen langen Marsch durch die Institutionen: Als Reporter für Sex und Partnerschaft schreibt er für die sozialistische Variante der Bravo, wühlt als Quotennutte des Privatfernsehens im Moskauer Rotlichtmilieu, erobert für einen Weltkonzern das Reich der Mitte und lässt auch die Shanghaier Schönheiten nicht unberührt.
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