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21-09-2007 Bücher
Die Wolga
von Schmid, Gregor M. und Rabus, Adelheid (Deutschland)

Buchbesprechung:
Die Wolga ist für Russen das Herzstück Russlands, man kann sie fast mit der »Russischen Seele« gleichsetzen, weshalb sie auch liebevoll »Mütterchen Wolga« genannt wird.

Sie ist das Sinnbild des russischen Gemüts: mal träge in den unberührten Weiten dahin fließend, mal quirligstes Handelsleben an ihren Ufern, die ruhigen, stillen Gemüter des fest in der Orthodoxie verankerten kalten Nordens mit den feurigen, heißblütigen, farbenprächtigen und muslimischen und auch buddhistischen Einwohnern des Südens verbindend; sie verbindet Menschen und Religionen.

Hier herrschte Dschingis Khan, hier prägten die Kosaken das Leben …. und hier wurde die entscheidende Schlacht des Zweiten Weltkrieges geschlagen.

An ihr hat sich wie an keinem anderen Fluss die Geschichte Russlands abgespielt. St. Petersburg …jjja, Moskau … jjja, aber ohne die Wolga hätten beide Städte – und damit Russland – nie die Bedeutung erreicht, die sie erlangt haben. Der Fischreichtum der Wolga und die Fruchtbarkeit ihres Gebietes sind (neben den ukrainischen Weiten) die Grundlagen für die Entwicklung der Bevölkerung gewesen; zwangsläufig folgte der Handel auf dem Fluss, der den äußersten Norden mit dem Süden bis ins Kaspische und auch ins Schwarze Meer und von da mit den Meeren der Welt verbindet. Wenn Russen von ihrem »Mütterchen Wolga« sprechen, klärt sich ihr Blick auf, als ob die Sonne aufginge, und ihr Blick wird träumerisch.

Die Bilder in diesem Bildband von Gregor M. Schmid geben all diese vielfältigen Facetten des russischen Gemüts und der Bedeutung dieses einmaligen Flusses aufs Herrlichste wieder. Und der aufschlussreiche Text von Frau Adelheid Rabus steht der Intensität der Bilder in nichts nach. Sie versteht es ausgezeichnet, Information und Stimmung zu einem Ganzen zu verweben.
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