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28-07-2003 Bücher
Moskau, 11. März 1985 - Die Auflösung des sowjetischen Imperiums
Am 11. März 1985 übernahm Michail Gorbatschow das Amt des Generalsekretärs der KPdSU. Er leitete mit »Glasnost« und »Perestroika« eine dramatische Wende in der sowjetischen Politik ein. Anhand dieser von ihm eingeleiteten, sich aber dann verselbständigenden Ereignisse werden in diesem Band der Reihe »20 Tage im 20. Jahrhundert« die Geschichte des Ostblocks und der UdSSR in der Nachkriegszeit, der Übergang zu Pluralismus und Marktwirtschaft sowie die Nationalitätenkämpfe der 90er Jahre ansprechend, verständlich und kompetent analysiert.

„ … Als nach dem langen Wochenende wieder der Alltag begann, hörten die Sowjetbürger am Montag Morgen, dem 11. März, Chopins Trauermarsch im Radio. Den Grund dafür erfuhren sie nicht. Sie konnten ihn nur ahnen (, denn es war das übliche Ritual bei Trauerfällen großer Politprominenz – eigene Anmerkung). Tschernenko, erst seit dem 13. Februar 1984 im Amt, war seit gut zwei Monaten kaum noch in der Öffentlichkeit aufgetreten. Die entscheidenden Gremien der KPdSU, vor allem das Politbüro, hatte zumeist dessen jüngstes Mitglied Michael Gorbatschow geleitet. Der 54jährige Sekretär des Zentralkomitees (ZK), der zugleich den Vorsitz des Auswärtigen Ausschusses im Parlament innehatte, war durch seine Auftritte im In- und Ausland bereits einer der bekanntesten Politiker der UdSSR geworden. Die Moskauer und die Kulturelite sahen in Gorbatschow einen Hoffnungsträger, dem sie zutrauten, das Land aus der inneren Erstarrung zu lösen und aus der äußeren Isolation zu führen. Für eine breitere Schicht war er einfach ein tatkräftiger junger Funktionär, der die Führung der Supermacht übernehmen und die Ära der todkranken Kremlherrscher beenden sollte. …“
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