russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



14-12-2008 Bücher
Die Grundlagen der Lehre der Russischen Orthodoxen Kirche über die Würde, die Freiheit und die Menschenrechte
Von Rudolf Uertz und Lars Peter Schmidt, Konrad-Adenauer-Stiftung e.V.
ISBN 978-3-940955-35-7


Das Moskauer Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung hat das Buch mit den Grundlagen der Lehre der Russischen Orthodoxen Kirche über die Würde, die Freiheit und die Menschenrechte in deutscher Sprache herausgegeben. Das aktuelle Buch soll unter den orthodoxen Christen zu einer gemeinsamen Basis beitragen. Es knüpft an die Sozialdoktrin aus dem Jahr 2000 an.


Das 40-seitige Buch ist im KAS-Büro Moskau für eine Schutzgebühr von 5 Euro (175 Rubel) erhältlich (und über den Buchhandel beim Herausgeber bestellbar).

Vorwort der Herausgeber
Mit den Grundlagen der Lehre der Russischen Orthodoxen Kirche über die Würde, die Freiheit und die Menschenrechte vom Juli 2008 legt das Patriarchat der Russischen Orthodoxen Kirche ein beachtliches sozialethisches Dokument vor. Die Idee der Menschenwürde, von der das Dokument ausführlicher handelt, ist zweifellos christlichen Ursprungs. Sie ist im Alten und Neuen Testament grundgelegt und wird seit jeher von den Kirchen des Ostens und des Westens als Kern der Theologie und Liturgie, der Diakonie und christlichen Moral tradiert.
Unterschiedlich werden jedoch die rechtlichen, gesellschaftlichen, politischen und zeitbedingten Folgerungen interpretiert, die aus der Idee der Menschenwürde gezogen werden. Das aktuelle Dokument knüpft an den Grundlagen der Sozialdoktrin der Russischen Orthodoxen Kirche vom August 2000 an, will diese jedoch im Hinblick auf die Frage der Menschenrechte, ihre orthodoxe theologische Begründung und die Folgerungen für Staat und Gesellschaft ergänzen und präzisieren. Die Sozialdoktrin 2000, mit der von einer orthodoxen Kirche erstmals eine umfassende Soziallehre konzipiert wurde, hat weit über den russischen und orthodoxen Raum hinaus Beachtung gefunden. Sie wurde auch im Westen in kirchlichen und politisch-gesellschaftlichen Kreisen sowie in Akademien und wissenschaftlichen Seminaren eingehend diskutiert. Nicht zuletzt hat die Sozialdoktrin den Dialog zwischen orthodoxen, katholischen und protestantischen Christen befördert und damit auch zu einem besseren Verständnis der unterschiedlichen sozialethischen Konzeptionen beigetragen. In Diskussionsforen wurden die Gemeinsamkeiten wie auch die sozialethischen Besonderheiten der verschiedenen christlichen Bekenntnisse erörtert, wobei die Grund- und Freiheitsrechte eine besondere Rolle spielten.
Das neue Dokument der Moskauer Synode, das unter den orthodoxen Christen für eine gemeinsame verbindliche Basis sorgen soll, kann wohl auch als Ergebnis des Dialogs zwischen Ost- und Westkirche, zwischen östlicher und westlicher Kultur gelesen werden. Die Konrad-Adenauer-Stiftung konnte mit der deutschen Ausgabe der Sozialdoktrin aus dem Jahre 2000 und gemeinsamen Veranstaltungen mit Vertretern des Moskauer Patriarchats und der Kirchen des Westens dazu beitragen, den interreligiösen und interkulturellen sozialethischen Diskurs zu fördern. Mit der vorliegenden deutschen Übersetzung der orthodoxen Menschenrechtslehre wollen wir den angebahnten Dialog fortsetzen.
Wir würden uns freuen, wenn die sozialethischen Leitlinien das gemeinsame Gespräch intensivieren und zum besseren gegenseitigen Verständnis der Menschen in Ost und West beitragen würden.

Rudolf Uertz / Lars Peter Schmidt

Auslandsbüro Russland (Moskau)
Außenstelle der Konrad- Adenauer-Stiftung für die Russische Föderation
Dr. Lars Peter Schmidt
Twerskaja Str. 16/2, Gebäude 3, Büro 3
125009 Moskau
Russische Föderation
www.kas.de

Tel. +7 495 935 77 78
Fax +7 495 935 77 79
info@adenauer.ru