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03-06-2012 Bücher
Neues vom „anderen“ Zauberlehrling
Mit dem Buch „Trix Solier - Odysee im Orient“ setzt der russische Starautor Sergej Lukianenko („Wächter der Nacht“) seinen erfolgreichen Roman rund um den Zauberlehrling Trix fort und führt diesen auf ein spannendes und humorvolles Abenteuer in südlichen Gefilden.



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Trix Solier, Lehrling des bekannten Magiers Sauerampfer, langweilt sich gerade im heimischen Turm, als ihn ein Drache um Hilfe im fernen Samarschan bittet. Dort droht ein geheimnisvoller „Mineralisierter Prophet“ die Macht zu übernehmen, was für diesen aber nur ein Zwischenschritt für die Unterwerfung der ganzen Welt wäre. Trix reist mit dem Drachen in das orientalische Land und macht sich auf zur Bekämpfung des Eroberers, in deren Lauf er eine Assasinen-Ausbildung absolviert, einen hinterhältigen Flaschengeist kennenlernt, beinahe einem herzensguten Sultan zum Opfer fällt und in die geheime unterirdische Welt der Wüstenzwerge eindringt.

Wie der erste Roman ist auch dieses Buch über den Zauberlehrling eine gekonnte Mischung aus Atmosphäre geladenem Abenteuer und einer guten Portion Humor, die jedoch nie in pure Slapstick abdriftet. Zahlreiche Charaktere aus dem ersten Band sind wieder mit dabei. Band zwei hat jedoch eine in sich geschlossene Handlung und die Kenntnis der Vorgeschichte ist zum Verständnis nicht unbedingt erforderlich.

Noch fantasievoller als im Vorgängerwerk geht Lukianenko mit der Tatsache um, dass es im Fantasy-Genre noch einen anderen, wesentlich berühmteren Zauberlehrling gibt. Auf Harry Potter gibt es im Buch immer wieder kleine Anspielungen und Seitenhiebe, ohne dass das Buch hierdurch zu einer Satire verblasst. So erinnert die Assasinen-Schule, der leider durch attraktive Fernkurse die Schüler ausgegangen sind, sehr an die Zauberschule in der Potter-Welt, nur dass hier die Besen eher als Mordwerkzeug denn als Fluggerät dienen. Auch geritten wird auf Besen in Notfällen, jedoch zaubert sich Trix als bequemere Alternative einen mit samarschaner Öl betriebenen pferdelosen Wagen.

In Punkto Unterhaltungswert steht Trix Soliers Abenteuer im Orient seinem ersten also in nichts nach. Wem der erste Band rund um den jungen Zauberer gut gefallen hat, kann bedenkenlos zugreifen, wer diesen nicht kennt, soll, aber muss nicht beide Werke in der vorgesehenen Reihenfolge lesen. Auf jeden Fall ist auch Band zwei kein Buch nur für jüngere Fantasy-Fans.

Daten zum Buch: Sergej Lukianenko, Trix Solier - Abenteuer im Orient, Beltz & Gelberg 2012, ISBN 978 3407811080

Roland Bathon, russland.TV - Russland hören und sehen