russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



15-09-2003 Bücher
Im Namen des Zaren - Iwan Putilin ermittelt
von Jusefowitsch, Iwan <übersetzt von: Frank, Alfred> (Rußland)

In der Millionnaja, gegenüber der Kaserne des ersten Bataillons des Preobrashenski-Regiments, standen vor einer grünen zweigeschossigen Villa dicht gedrängt teure Equipagen, Dienstkutschen und Landauer, auf den Böcken würdevoll aussehende Kutscher. Hier hatte Fürst Ludwig von Arensberg, General der Kavallerie, Militärattache des Kaiserreichs Österreich-Ungarn, gewohnt.


Iwan Dmitrijewitsch hatte das zweifelhafte Vergnügen gehabt, im vergangenen Herbst seine Bekanntschaft zu machen, als an seinem Haupteingang der kupferne Türklopfer gestohlen worden war. Der Fürst spielte die Sache dermaßen hoch, dass die ganze Polizei der Hauptstadt sich die Hacken abrennen musste, um das Schmuckstück ausfindig zu machen. An die zwei Monate lang überwachte man alle Antiquitäten- und Metallwarenläden, doch die Suche blieb ergebnislos.
An der Rückwand einer der Kutschen leuchtete der massive Goldadler der österreichischen Habsburger, ebenfalls doppelköpfig, jedoch mit dünnerem Gefieder und stelzbeinig. Die Kutsche des Botschafters war das, Iwan Dmitrijewitsch kannte sie gut. Sie stand weiter weg von der Auffahrt als die anderen, war also später eingetroffen. Der österreichische Botschafter, Graf Chotek, weilte demnach Gott sei Dank noch unter den Lebenden, ermordet worden war der Bewohner der Villa.
Um sich ein besseres Bild von der Tragweite des Ereignisses zu machen, ging Iwan Dmitrijewitsch die Reihe der Equipagen ab. Hinter der Kutsche Choteks stand eine einfache schwarze Kalesche. Den Kutscher kannte er, er fuhr keinen Geringeren als den Großfürsten Prinz Pjotr Georgijewitsch Oldenburgski.
mehr beim Büchervielfrass...