russland.RU berichtet in Wort und Bild aus Russland und über Russland. Ungebunden, unabhängig und überparteilich. Ohne Vorurteile und Stereotypen versucht russland.RU Hintergründe und Informationen zu liefern um Russland, die Russen und das Leben in Russland verständlicher zu machen. Da wo die großen Verlage und Medienanstalten aufhören fängt russland.RU an.



09-12-2003 Bücher
Zweihundert Jahre zusammen
Die Juden in der Sowjetunion
von Solschenizyn, Alexander <übersetzt von: Wöhr, Andrea und Nordqvist,Peter> (Rußland)

Ich glaube, daß das Verhältnis welchen Volkes auch immer gegenüber dem jüdischen Volk – wo immer es auch lebt, ob in Israel oder als Mitbürger in einem anderen Land – nur jenseits aller „Ismen“ – und das gilt für beide Seiten – geklärt werden kann.


Gute Ansätze hatten wir dazu in Deutschland schon im 19. Jahrhundert, wo Juden deutsche Mitbürger jüdischen Glaubens waren (es gab natürlich auch die „-isten“) oder wie es heute in Amerika ist. Schuldgefühle und Anspruchsdenken vernebeln nur den Verstand – was eine Binsenweisheit ist.

Zu Solschenizyns Werk:
Traditionell wurden die Juden in Rußland immer als eine Volksgruppe – wie andere ethnische Volksgruppen – angesehen, sei es, weil sie sich als solche sahen, oder andere sie so sahen, und das ist auch heute noch so. Das muß man wissen, weil man sonst allzu leicht in Verhaltensweisen Diffamierungen zu entdecken glaubt, derer sich „die anderen“ überhaupt nicht bewußt sind. (Daß es darüber hinaus auch Diffamierungen gibt, will ich natürlich nicht bestreiten, so wie es natürlich auch elitäres Denken der „Volksgruppe“ gibt.)

Nach meiner festen Überzeugung hat Solschenizyn mit seinem „Lebenswerk“ einen ganz wichtigen Beitrag geleistet zur Verständigung welchen Volkes auch immer mit den Juden – für alle, die guten Willens sind.

5. November 2003
P R E S S E M I T T E I L U N G

Bezüglich des in einigen Pressemeldungen bezeichneten Zusammenhanges zwischen der Ansprache von MdB Martin Hohmann und dem erst kürzlich in deutscher Sprache erschienenen 2. Band von Alexander Solschenizyn "Zweihundert Jahre zusammen", der die Stellung und Rolle der Juden in der Sowjetunion behandelt, verweist der Verlag auf den Protest des Autors gegen jede Instrumentalisierung seines Werkes. Solschenizyn hat sich bei der Schilderung des russisch-jüdischen Zusammenlebens mehrfach und ausdrücklich jeder Schuldzuweisung nach der einen wie nach der anderen Seite enthalten. Seine Absicht war, einer neuen Völkerverständigung den Weg zu ebnen (NZZ vom 17.02.2003) und deutlich zu machen, daß jedes Volk die moralische Verantwortung für seine Vergangenheit zu übernehmen hat. Sein Credo, frei nach Voltaire: Es gibt keine unbestrittene Wahrheit!

Jan-Andres Schulze (Dipl.-Pol.)
Pressereferent Politik/Zeitgeschichte
Buchverlage Langen Müller Herbig
Thomas-Wimmer-Ring 11
80539 München

mehr beim Büchervielfrass...