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29-09-2004 Reisen
Passagier-Profiling als Schutz gegen Luftterrorismus
Die russischen Flughäfen müssen mit Sprengstoffdetektoren und neuen Videokontrollsystemen ausgestattet werden, die Passagiere müssen psychologischen Testgesprächen (Passagier-Profiling) unterzogen werden, bevor sie in das Flugzeug einsteigen.

Zu diesem Schluss gelangte eine Staatskommission nach der Ermittlung der Umstände des Absturzes der russischen Maschinen Tu 154 und Tu 134, die in der Nacht zum 25. August in der Luft von Terroristen gesprengt wurden. Nach Ansicht der Fluggesellschaften kann die Realisierung dieser Maßnahmen viele Jahre in Anspruch nehmen und erfordert staatliche Finanzierung.

Beim Passagier-Profiling handle es sich um eine effektive Technologie, die vor allem dazu dient, illegale Migranten an Bord nicht zu zulassen, erklärt Sergej Bychal, PR-Direktor von Transairo (der Sicherheitsdienst dieser Fluggesellschaft macht von der Profiling-Technologie Gebrauch, um die nach Israel fliegenden Passagiere zu kontrollieren). Die Kosten der Ausstattung mit neuen Detektoren und Videokameras müssten ihm zufolge die Flughäfen selbst tragen.

Hätte es im Flughafen Domodedowo, von wo aus die beiden verunglückten Maschinen starteten, Profiling-Tests gegeben, wären die Terroristinnen nicht an Bord zugelassen worden, meint Arkadi Liwschiz, Präsident von ARLI Spezialtechnik.

Das notwendige Geld für die Durchführung der Passagiertests könnten die Flughäfen und Fluggesellschaften durch den Abbau ihres Personals ausfindig machen, glaubt er. Das Hauptproblem sei das Fehlen der ausgebildeten Fachkräfte in Russland. Der Sicherheitsdirektor des Moskauer Flughafens Scheremetjewo, Wassili Kunaschow, ist hingegen davon überzeugt, dass die Installierung der neuen technischen Mittel viel Zeit in Anspruch nehmen werde. Dafür werde man die Räume umbauen müssen und „wenn es um landesweite Maßnahmen handelt, kommt man ohne staatliche Finanzhilfe nicht aus".

Die Staatskommission hätte nicht die Aufgabe, die eventuellen Haushaltskosten zu berechnen, erläutert man im Verkehrsministerium. Das Finanzministerium sei bereit, die Verstärkung der Sicherheitsvorkehrungen in den Flughäfen zu finanzieren, aber zuerst müsse man „konkrete gesetzgebende Empfehlungen ausarbeiten", sagt Gennadi Eschow, Pressesprecher des Finanzministers Alexej Kudrin. (RIA)

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