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11-10-2004 Reisen
Für Moskau-Domodedowo gibt es bald kein schlechtes Wetter mehr
Noch bis Ende 2004 wird der Moskauer Flughafen Domodedowo selbst unter schwierigsten Witterungsbedingungen Flugzeuge empfangen können. Die groß angelegte Rekonstruktion, bei der Domodedowo den Standards der dritten Kategorie der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation /ICAO/ angepasst wird, nähert sich inzwischen ihrem Ende.

Bis jetzt entsprach nur ein Moskauer Flughafen, und zwar Scheremetjewo-2, dieser höchsten Kategorie und war in der Lage, auch bei Unwetter Flugzeuge zu empfangen.

Nun wird auch Moskau-Domodedowo mit spezieller Lichttechnik, modernem Belag, besonderer Markierung und Automatik ausgerüstet.

Dies wird den Piloten ermöglichen, die Markierung und die Scheinwerfer der Landebahn bereits aus weiter Entfernung zu sehen. Bei schlechtem Wetter sollen diese Vorrichtungen den Flugzeugen dabei helfen, an ihrem Zielpunkt zu landen. Nach der Rekonstruktion soll die Durchlassfähigkeit des Flughafens laut Prognose der Domodedowo-Spezialisten um zehn Prozent steigen.

Die dritte Kategorie unterscheidet sich zwar von der zweiten, ist jedoch kein Allheilmittel. Denn bei Landungen unter schwierigen Witterungsbedingungen überlassen die Flugzeugführer normalerweise dem Autopiloten die Steuerung. Und automatische Landungen lassen sogar an großen Flughäfen die Durchlassfähigkeit sinken. Der Umbau von Domodedowo und die Erhöhung seiner Kategorie sind also in gewissem Sinne eine Prestigeangelegenheit. Die meisten Großflughäfen der Welt sind nämlich in die dritte Kategorie eingestuft.

Dagegen besaßen die meisten russischen Flughäfen noch vor kurzem Kategorie zwei oder sogar eins laut ICAO-Klassifizierung. Das lässt sich leicht erklären: Alle Start- und Landebahnen im Lande dürfen wegen ihrer strategischen Bedeutung nicht privatisiert werden. Die Rekonstruktion in Domodedowo wird von einer Privatfirma finanziert, die den Flughafen in Treuhand verwaltet. Ihrem Chef, Dmitri Kamenschtschik, zufolge wird das Rekonstruktionsprojekt auf 3 bis 3,5 Millionen Dollar geschätzt.

Ein weiterer hemmender Faktor für die Entwicklung der Flughäfen in Russland ist nach wie vor der Mangel an modernen Maschinen im Besitz der russischen Fluggesellschaften. Rund 90 Prozent dieser Letzteren betreiben heute russische Flugzeuge, die mit primitiver Apparatur ausgerüstet sind. Es fehlt auch an qualifiziertem Flugpersonal. Um Landungen nach der dritten Kategorie durchzuführen, müssen sowohl die Flugzeuge als auch die Piloten laut den internationalen Standards ein entsprechendes Zertifikat bekommen.

Seit kurzer Zeit muss sich Russland zunehmend auf ausländische Fluggesellschaften orientieren, die an einen guten Service und ein hohes technisches Niveau der Flughäfen gewohnt sind.

Mit anderen Worten, Domodedowo, das in letzter Zeit eng mit ausländischen Luftverkehrsunternehmen kooperiert, hatte keine andere Wahl. Sich mit schlechtem Wetter abfinden bedeutet konkurrenzunfähig zu werden und sich aus dem vom Verkehrsminister de facto ausgeschriebenen Wettbewerb um die Rolle der interkontinentalen Luftverkehrs-Drehscheibe herauszuhalten. (Jana Jurowa, politische Beobachterin der RIA Nowosti)

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