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12-10-2004 Reisen
Russische Agenten bringen angeblich Bombenattrappen durch Flughafen-Check
Wenige Wochen nach den Selbstmordanschlägen auf zwei russische Verkehrsflugzeuge haben russische Geheimagenten bei einem Test Bombenattrappen durch die Kontrollen eines Flughafens geschmuggelt. Anfang des Monats habe der Inlandsgeheimdienst FSB auf diese Weise die Sicherheitsvorkehrungen am Flughafen in Woronesch rund 450 Kilometer südlich von Moskau überprüft, berichtete die Tageszeitung "Iswestija" am Dienstag.

Zunächst habe der FSB eine "Warnung" herausgegeben, wonach Terroristen für den 1. Oktober einen Anschlag planten. An diesem Tag hätten die Agenten schließlich erfolgreich vermeintliche Sprengstoffgürtel und Zünder durch die Kontrollen gebracht.

In einem Fall durfte ein Undercover-Agent mit seinem falschen Sprengstoffgürtel problemlos die Kontrolle passieren, nachdem ein Wachmann ihm den Zünder abgenommen hatte, wie die Zeitung berichtete. Ein anderer Agent habe einen Gepäckabfertiger mit der Zahlung von 500 Rubel (14 Euro) Schmiergeld überzeugen können, einen Sprengsatz an Bord eines Passagierflugzeugs zu bringen. Der Pilot habe noch einmal 100 Rubel dafür kassiert, dass er die Bombenattrappe in seinem Flugzeug behielt. Ein dritter Geheimdienstmitarbeiter hielt sich den Angaben zufolge rund eine Stunde in einem Sicherheitsbereich des Flughafens auf, ehe ein Ordnungshüter auf ihn aufmerksam wurde.

Die von dem Test betroffene Fluggesellschaft Polyot kündigte dem Bericht nach an, seine Flüge nicht mehr über Woronesch abzuwickeln. Der Polizeichef der Stadt sagte "Iswestija", die Agenten hätten keine Sprengstoff-Attrappen, sondern vielmehr einfache "Bauch-weg-Gürtel" getragen. Er wolle gegen die Aktion protestieren. Vor einem Monat hatte der russische Präsident Wladimir Putin angekündigt, die Sicherheit an allen Flughäfen zu erhöhen, nachdem Ende August zwei Passagierjets vermutlich von tschetschenischen Selbstmordattentäterinnen gesprengt worden waren. Dabei starben insgesamt 90 Menschen.

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