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29-10-2004 Reisen
Jugra - neuer Anziehungspunkt für Freunde einer rauhen Exotik
Russische und ausländische Reiseunternehmen zeigen ein zunehmendes Interesse für den autonomen Bezirk der Hanten und Mansen in Nordrussland. Im vergangenen Jahr besuchten 363 500 Touristen Jugra.

Das ist um 52 Prozent mehr als im Vorjahr. 11 000 von ihnen waren Ausländer. Laut Prognose soll sich die Zahl der ausländischen Touristen in Westsibirien zum Jahr 2007 mindestens verdoppeln. Die Zahl der russischen Touristen soll auf 450 000 ansteigen, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja gaseta".

Das Land Jugra liegt am nördlichen Ural. Es wird bereits in der ersten überlieferten russischen Nestor-Chronik ("Erzählung von den vergangenen Jahren") erwähnt.

Hier, am Fluss Jendyr, liegt die uralte Hauptstadt eines Fürstentums, das vom 12. bis 16. Jahrhundert bestanden hatte, mit den Überresten von Verteidigungsanlagen, Schmieden, Beinschnitzerwerkstätten und Opferstätten.

Beresow ist als Verbannungsort des Fürsten Menschikow, Favorit von Peter dem Großen, der Fürstenfamilie Dolgoruki und von Dekabristen bekannt.

Jugra stellt mit seinen unzähligen Seen und Flüssen, den schneebedeckten Gipfeln des äußersten Nordens des Urals und seinen Taigawäldern einen einmaligen Naturkomplex dar, der gute Fischfang- und Jagdmöglichkeiten bietet. Regionale Reisefirmen bieten Wandertouren und Bootsreisen, Safaris mit schneegängigen Fahrzeugen und Pferden an.

Eine vielversprechende Richtung ist der ethnografische Tourismus, der Einblicke in die Kultur der Stammvölker von Jugra - der Hanten und Mansen - bietet. Die Touristen bekommen die Gelegenheit, eine Zeitlang in warmen Jurten zu leben, mit Rentiergespannen zu fahren, an traditionellen Wettkämpfen teilzunehmen, die nationalen Spezialitäten zu kosten, Lieder zu hören, sich mit Legenden vertraut zu machen sowie Riten der Schamanen zu erleben. Abends kann man am Feuer sitzen und exotische Klänge von Volksmusikinstrumenten hören.

Viele stellen sich Jugra als eine entlegene und wilde Region vor, in der der größte Teil des russischen Öls gewonnen wird. Diejenigen, die hierher kommen, staunen jedoch, wie gut die hiesige Infrastruktur entwickelt ist: unzählige Hotels, Vergnügungs-, Sport- und Kulturanlagen, ultramoderne Architektur, gute Autostraßen, zwölf Flughäfen (ein Viertel von ihnen empfängt Flugzeuge aus dem Ausland). Außerdem hat die Region Eisenbahn- und Flussverbindung. (RIA)

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