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04-01-2005 Reisen
Reisen durch Russlands verschneite Weiten
Russlands Reiseindustrie will einen Erfolg ihrer Winterangebote sehen und wirbt mit schönen Legenden für das Extrem-Vergnügen namens "Russischer Winter". Angeboten werden Schlittenfahrten, Schneeballschlachten, Volksfeste mit Gesang und Feuerwerk sowie das gnadenlose russische Dampfbad, zu dem auch im Schnee Wälzen und ein eisgekühltes Glas Wodka mit Salzgurke gehören.

Ein Urlaub dieser Art lässt sich sowohl in den Städten des "Goldenen Rings" nordöstlich von Moskau - in den historischen Zentren Sergijew Possad, Wladimir, Susdal und Rostow Weliki - als auch im Nordosten - in Nowgorod Weliki und Pskow - wie auch im Norden in Karelien und in Weliki Ustjug verbringen. Dieser letztere Ort gilt als die Domäne des russischen Weihnachtsmanns, der in Russland Djed Moros (Großväterchen Frost) heißt.

Der Jahreswechsel und das Weihnachtsfest werden in Russland mit üppigen Gelagen gefeiert - saftige Kuchen, ein Dutzend Sorten Salate, gebratene Fleisch- und Fischgerichte aller Art, gesalzene Pilze und eingelegte Äpfel. Als eine unvermeidliche Beilage zur russischen Küche werden Volkstanz und -gesang serviert. Üblicherweise nehmen ausländische Gäste selbst gern an exotischen Festivitäten teil. Der historische Teil der Tour sieht Besuche von Museen und Kathedralen vor, die es auf diesen Routen reichlich gibt. Die Städte Sergijew Possad oder Susdal wirken an sich wie Museen.

Zu den modernsten Angeboten gehört eine Schnee-Safari, die "Jagd nach Eindrücken" mit Rentier- oder Hundegespannen bzw. mit Schneemobilen in Sibirien, auf der Halbinsel Kamtschatka, in Zentralrussland und im Nordwesten des Landes. Eine solche Reise kann einige Stunden oder mehrere Tage dauern. Auf dem Programm stehen russische Seen und Flüsse, verschneite Wälder, Vulkane, alpines Schifahren, Helikopterflüge und archäologische Denkmäler. Sowohl Russen als auch Ausländer - Deutsche, Franzosen, Briten oder Italiener - schwärmen für diese Schneeromantik.

Die Preise für eine solche "Eindrucksjagd" fangen bei 100 Dollar pro Tag an. Die Gäste werden sowohl in Hotels als auch in modernisierten Bauernhütten untergebracht, die mehrere Schlafräume, Duschkabinen als Ergänzung zum Dampfbad, Kamine, aber auch Bars und Karaoke-Systeme bieten. Solche Häuser gibt es viele in Karelien, gute Häuser für Urlauber sind auch in Südsibirien am Baikalsee zu finden.

Bei der Schneesafari in Karelien werden der zweitgrößte Flachland-Wasserfall Europas, der Kiwatsch, der noch von Peter I. gegründete Kurort "Marzialbäder" mit Heilwasserquellen, alte Glockentürme mit einem hervorragenden Ausblick und das berühmte Holzarchitektur-Freilichtmuseum Kischi angeboten. Im Gebiet Murmansk kann man mit Schneemobilen die Weißmeer-Küste entlang sowie auf dem Eis der Seen Imandra, Umbosero und Lowosero düsen. Russen und Ausländer mögen diese Orte, weil sich dort Lachse gut fangen lassen.
bei russlandreisen.RU
In 3 Wochen einmal um die halbe Welt: Die grosse Russlandreise - vom Baltischen bis zum Schwarzen Meer von Koenigsberg bis Kamtschatka
Die fernöstliche Halbinsel Kamtschatka ist ein Land von Vulkanen, Geisern und Mineralwasserquellen - sie wirbt mit Schneemobil- und Hundegespann-Safaris in einer Kombination mit alpinem Schisport, Helikopterflügen und Wanderungen.

Besonders inhaltsreiche Safaris sind aber in Sibirien, einer Region von Schamanen, Buddhismus und altem Kunstgewerbe, zu erwarten. Das Erfolgsgeheimnis steckt im Baikalsee, in Exkursionen zu alten Kultbauten, in der Bekanntschaft mit Petroglyphen (diese stellen Schwäne, Hirsche und Schamanen dar) sowie mit jahrhundertealten örtlichen Bräuchen.

Winterkurorte im Uralgebirge und in Sibirien (Baikalland und Chakassien) bieten Möglichkeiten für Snowboard und alpine Schiffahrt. Sie sollen die russischen Freunde des Wintersports von den Alpen und den Pyrenäen ablenken. Der bekannteste der russischen Kurorte ist Krasnaja Poljana im Nordkaukasus, der dadurch noch populärer wurde, dass Präsident Wladmir Putin, ein Freund des alpinen Schisports, dort seinen Urlaub verbringt. In Krasnaja Poljana gibt es eine Menge von kleinen und großen Hotels, Geschäften und Unterhaltungseinrichtungen. Früher hatten der Nordkaukasus - Dombai, Elbrus und Tscheget - gute Abfahrtmöglichkeiten geboten. Nach einer jahrelangen Verödung werden diese alpinen Kurorte wieder ins Leben gerufen, dort werden neue Privathotels gebaut. Es besteht die Hoffnung, dass diese Kurorte wirklich reanimiert werden: Ende Juli wurde dieses Problem vom Präsidium des Staatsrates diskutiert. "Unser Land verfügt über kolossale Touristik-Ressourcen", stellte Wladimir Putin damals fest. "Unser überaus reiches historisches, kulturelles und Naturpotential wird aber nur zu 20 Prozent für Tourismuszwecke genutzt."

Wie eine Umfrage unter ausländischen Touristen ergab, verwiesen mehr als 30 Prozent auf die Notwendigkeit der Entwicklung des Verkehrswesens. Sergej Schpilko, Präsident des Russischen Reiseindustrie-Verbands, stellte fest: "Bemerkenswerterweise wiesen nur sechs Prozent auf Sicherheitsprobleme hin, acht Prozent bemängelten die Verpflegung und sieben Prozent verwiesen auf einen Mangel an Unterhaltungsmöglichkeiten. Die Probleme des Verkehrswesens behindern indessen weiterhin die Erweiterung der Geografie der Reiserouten. Wir müssen den Park der Reisebusse erneuern und eine kleine Luftfahrtflotte entwickeln: Es mangelt an Hubschraubern, ohne die die Entwicklung des Abenteuertourismus nicht möglich ist. Die Preise für die Inlandsflüge sind bei uns viel zu hoch. Sowohl hier als auch im Bereich des Fernmeldewesens sowie bei der Wasserversorgung und Heizung ist eine Unterstützung des Staates notwendig." Nur in dem Fall könnte man mit einem echten Erfolg der Angebote für den Winterurlaub rechnen. (Olga Sobolewskaja, Kommentatorin der RIA Nowosti).

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