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11-01-2005 Reisen
Ihre Freunde nennen sie liebevoll „Piter“
St. Petersburg: Magischer Ort – und Symbol für Russlands Weg in die Moderne So sehen jene Glücksmomente aus, für die sich laut Dostojewski ein ganzes Leben lohnt: Ein sommerlicher Nachmittag auf der Newa; der Strom wälzt sich zum Meer hin, der Himmel wölbt sich ins Unendliche - und dazwischen schwebt, wie losgelöst von der Erde, dieses Traumbild von einer Stadt: St. Petersburg.

An seinem Platz gehalten scheinbar nur von den am Himmel verankerten Türmen der Admiralität und der Peter-Paul-Kathedrale. Ein magischer Ort und eine Realität zugleich, Ausdruck von Russlands Kraft und seinem Weg in die Moderne. Derzeit boomt das „Venedig des Nordens“ – und nimmt den Wettstreit mit der ewigen Rivalin Moskau wieder auf.

In den Jahren 2003 und 2004 begingen die Petersburger zwei wichtige Gedenktage, in deren Gegensätzlichkeit sich das Wesen ihrer Stadt widerspiegelt:
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Im Mai 2003 feierten sie das 300. Jubiläum der Stadtgründung, am 27. Januar 2004 gedachten sie der 900-tägigen Belagerung im 2. Weltkrieg, die vor nun über 60 Jahren zu Ende ging. Seit je her verbinden sich mit der „Stadt des Ruhms und des Unglücks“ Vorstellungen von Aufbruch und Untergang zugleich. Schon ihre Gründung durch Peter den Großen war ein Kraftakt. Von 1703 an ließ der Zar auf einem Dutzend Inseln an der Newa-Mündung die neue Hauptstadt aus dem sumpfigen Boden stampfen. Einem Boden, der ihm noch gar nicht gehörte! Erst 1721 trat Schweden das Gebiet offiziell an den Zaren ab.

Russlands Fenster zum Westen

Petersburg war fortan Russlands „Fenster zum Westen“ - und Spiegel seiner Geschichte. Jede der vielen Neu- und Umbenennungen steht für einen großen Umbruch: „St. Petersburg“ für Russlands Aufstieg zur Großmacht, die russifizierte Form „Petrograd“ für den 1. Weltkrieg, in dem der deutsche Name nicht mehr opportun schien, „Leningrad“ für die Oktoberrevolution und wieder „St. Petersburg“ für das Ende der Sowjet-Ära. Die Petersburger selbst nannten sie immer nur „Piter“ - einfach und liebevoll. Eine Liebe, die sich auch in Puschkins Versepos „Der Eherne Reiter“ ausdrückt:

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„Ich liebe die vor hundert Jahren
von Peter angelegte Stadt,
der Newa kraftvolles Gebaren,
die Kais die man errichtet hat
die Lage der Befestigungen,
der Sommernächte Dämmerungen...“

Die „Weißen Nächte“ verzaubern Gäste und Bewohner der Stadt jedes Jahr aufs neue. Von Ende Juni bis Mitte Juli verbreitet sich allabendlich ein unwirkliches, geheimnisvolles, perlmuttfarbenes Licht. Im Wasser der Newa spiegeln sich dann die Mauern und Türme der Peter-Pauls-Festung, der Admiralität, des Winterpalasts und der vielen anderen Baudenkmäler, an denen Petersburg so überreich ist.

Aus dem Dornröschenschlaf erwacht

Dass Lenin 1918 die Hauptstadt zurück nach Moskau verlegte, erwies sich im Nachhinein als Glücksfall für Petersburg. Es wurde nicht im sowjetischen Stil umgemodelt wie Moskau, sondern hat seinen Charakter und seinen Charme bewahrt. Natürlich ist während der 70- jährigen Sowjetherrschaft – nicht zuletzt während des Krieges – vieles zerstört worden oder verfallen. Und Petersburg setzte seinen Dornröschenschlaf auch in den ersten Jahren nach der Wende fort.

Denn Russland ist eben da, wo die Macht ist. Daher zog Moskau zunächst das Gros der Investitionen an.

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St. Petersburg - Russlands nördliche Hauptstadt

Stadtinformationen von russlandreisen.RU – Ausflugsziele und Historie
Aber seitdem mit Wladimir Putin ein Petersburger im Kreml sitzt und zur 300-Jahrfeier viele historische Gebäude in neuem Glanz erstahlen, ist ein spürbarer Ruck durch die Stadt gegangen.

Ein Bummel durch die Geschichte

So ist der 5 Kilometer lange Newskij-Prospekt, die prächtigste der drei Verkehrsachsen, die strahlenförmig auf die goldene Turmspitze der Admiralität zu laufen, heute wie zu Zarenzeiten wieder eleganter Boulevard, Einkaufs- und Flaniermeile. Ein Bummel über den Newskij gleicht einer Zeitreise durch 300 Jahre russischer Geschichte.

Hier das Literaturcafé, in dem Lermontov und Dostojewski verkehrten – und in dem Puschkin eine letzte Limonade genoss, bevor er im Duell dahingerafft wurde. Dort das Palais Stroganow, hier die klassizistische Kasaner Kathdedrale, dort das legendäre Hotel Europa. Schließlich das riesige, 200 Jahre alte Kaufhaus Gostinij Dwor und der Feinkostladen Jelissejew, der – zu Sowjetzeiten in „Gastronom No. 1“ umbenannt – seine russischen Delikatessen wieder in alter Pracht feilbietet.

Wer es weniger geschäftig mag, dem sei ein Bummel durch den Sommerpark oder entlang der vielen Kanäle und Nebenarme der Newa empfohlen. So wird z.B. das Stadtzentrum, die Große Seite, in einem weiten Halbkreis von der Fontanka umflossen, die bis ins 19. Jahrhundert die Stadtgrenze markierte.
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Aktuelles aus Sankt Petersburg

Die Internet – Zeitung russland.RU mit aktuellen Nachrichten über Sankt Petersburg. Politik, Kultur, Wirtschaft und Verschiedenes.
Von ihr zweigen die Mojka und der Gribojedow- Kanal ab, an deren Kais sich malerische Perspektiven auf Brücken, alte Bürgerhäuser und Adelspaläste öffnen.

Schatzhäuser der Weltkultur

Im Heumarktviertel rund um den Gribojedow-Kanal kann man in die Zeit und die Romanwelten Dostojewskis eintauchen. Und nur wenige Schritte von hier liegt das berühmte Mariinskij-Theater. Die Liste der Sehenswürdigkeiten ließe sich ins Unendliche fortsetzen: Etwa mit der Isaakskathedrale, deren Kuppel die beste Aussicht über Petersburg bietet. Oder mit der Peter-Pauls-Festung und dem Kreuzer „Aurora“, dessen Kanonen 1917 das Signal zum Sturm auf das Winterpalais gaben und damit die Oktoberrevolution einleiteten. Und natürlich mit dem Winterpalast selbst, dem barocken Wunderwerk, das Bartolomeo Rastrelli für Katharina die Große schuf und das heute die Eremitage beherbergt, eine der großen Schatzkammern der Weltkunst.

In der Umgebung der Stadt locken zudem Ausflugsziele wie Schloss Peterhof, das russische Versailles, Zarskoje Selo mit dem Katharinen-Palast und dem neu erstandenen Bernsteinzimmer oder die paradiesischen Landschaftsparks von Pawlowsk. Aber es sind nicht nur Bauten und Sehenswürdigkeiten – es sind auch die Menschen und die einzigartige Atmosphäre, die jeden Besucher der Metropole an der Newa sofort gefangen nehmen. Dostojewski hatte schon recht: Petersburg ist „die phantastischste Stadt der Welt“.

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