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05-04-2005 Reisen
Passagierflüge werden von bewaffneten Polizisten begleitet
Ein neues Föderationsgesetz zur Flugsicherheit ist am Montag in Kraft getreten. Polizisten in Zivil werden die Sicherheit an Bord der internationalen und Inlandsflüge gewährleisten. Russlands Innenminister Raschid Nurgalijew erklärte, seine Mitarbeiter "werden Waffen bei sich haben", schreibt die "Iswestija" am Dienstag.

Unterdessen äußern sich russische Fluggesellschaften entschieden gegen die Präsenz von Schusswaffen an Bord, weil dies die Flugsicherheit eher gefährden würde. Ein Schuss könnte die Kabine beschädigen und zur Zerstörung der Maschine führen. In der Sowjetzeit hatten die Sicherheitsdienste bereits bewaffnete Mitarbeiter an Bord von Maschinen eingesetzt, diese Praktiken mussten aber wegen negativer Erfahrungen eingestellt werden, hieß es.

Alle vom Gesetz vorgesehenen Änderungen sind darauf gerichtet, den Flughäfen und Fluggesellschaften einen Teil ihrer Sicherheitsfunktionen wegzunehmen und diese dem Innenministerium zu übergeben. Laut Text des Gesetzes erhalten die Organe des Innern das Recht, im Falle "von vorliegenden Informationen über einen möglichen Verstoß gegen die Anforderungen der Flugsicherheit an Bord eines Flugzeugs dieses während des Flugs zu begleiten".

Dagegen erklärte Sergej Bychal, PR-Direktor der Fluggesellschaft Transaero, seine Gesellschaft habe sich stets entschieden gegen eine Präsenz von Personen mit Schusswaffen an Bord geäußert. Als Beispiel führte er eine Tragödie an, die sich Anfang der 70-er Jahre an Bord einer Tu-154-Maschine ereignete. Ein Sicherheitsbeamter zog damals seine Pistole, daraufhin sprengte der Terrorist seine Sprengladung, was zum Absturz führte. Außerdem mache ein jeder Einsatz von Schusswaffen in 10 000 Meter Höhe im geschlossenen Raum alle Fluggäste, die Besatzung und die Maschine selbst zu Geiseln, zumal über die Kabine lebenswichtige Steuersysteme verlaufen.

In der Fluggesellschaft Aeroflot hieß es, dass die Maschinen, die beispielsweise nach Havanna und Bangkok fliegen, jetzt schon von Sicherheitsbeamten der Gesellschaft begleitet werden. Diese Maßnahme sei aber gegen Rowdys und nicht gegen Terroristen gerichtet.

Im Pressedienst der Verkehrspolizei hieß es, an konkreten Details der Anwendung des Gesetzes werde noch gearbeitet, weil das Gesetz erst in Kraft getreten sei. (RIA)

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