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14-01-2006 Reisen
Die Kreml-Kathedralen nach zwei Revolutionen und zwei Kriegen
Der Kreml ist die Perle der russischen Hauptstadt, eine alte Burg, mit der die Geschichte der Stadt begann.
Moskau lässt niemanden gleichgültig. Die Stadt ist wirklich einzigartig, weil keiner anderen der europäischen Städte ähnlich.


Besonders beeindruckt ist man von der Stadtansicht, dem wunderbaren Panorama vom Aussichtsplatz auf den Worobjowy-Bergen. Stets tummeln sich hier Touristen, denn aus der Vogelschau sieht Moskau wie ein Märchen aus. Eine Mischung von Orient und Okzident. Die Türme der in Stalins Geschmack gebauten Hochhäuser, die wie 50-etagige Torten aussehen, und die goldglänzenden Kuppeln der zahlreichen Kirchen.



Die Russen sind recht fromm, was nach den beinahe 70 Jahren des aufgezwungenen Atheismus besonders erstaunlich ist. Zu jedem Moment findet man in einer Kirche Gläubige, und in den Stunden, da ein Gottesdienst zelebriert wird, strömen hunderte Gläubige in die Moskauer Kirchen.

Am berühmtesten ist die Hauptkathedrale Russlands, die Erlöserkathedrale.

Sie befindet sich nicht weit vom Kreml, der Residenz des Präsidenten Russlands.

Erst vor wenigen Jahren war dort, wo jetzt die Kathedrale steht, ein rundes Schwimmbecken, weil die ursprüngliche Kirche schon 1934, mitten im Kampf der Sowjetmacht gegen die Religion, gesprengt worden war. An der Stelle der Kirche legte man das Fundament für das riesigste Gebäude der Erde, das über 500 Meter hoch werden sollte (das ist höher als drei aufeinander gestellte Eiffeltürme). Doch der Krieg verhinderte das ambitiöse Vorhaben. Heute steht hier wieder eine Kathedrale, die aus dem Nichtsein voll zurückgeholt worden ist. Ihr Aussehen, der Luxus der Innengestaltung lassen sich wohl nur mit denen der Sankt Petri-Kathedrale in Rom vergleichen.

Die Moskauer Kathedrale ist von einem Blumengarten umgeben, und ein Spezialaufzug bringt Schaulustige auf das Dach, woher der Kreml und seine Kuppeln ausgezeichnet zu sehen sind.

Der Kreml ist die Perle der russischen Hauptstadt, eine alte Burg, mit der die Geschichte der Stadt begann. Einst war das eine kleine Holzfestung im Wald auf einem Hügel am Fluss, heute ist er das größte Schloss der Welt, ein einmaliges Ensemble von Palästen und Kirchen, das Kernstück einer Megapolis, in der etwa 10 Millionen Menschen leben.

Ein Spaziergang durch den Kreml macht jedem Reisenden viel Spaß. Innerhalb der hohen Mauer aus roten Ziegeln liegen hier, von 20 Kampftürmen umrahmt: der Große Kremlpalast, in welchem die feierlichen Sitzungen beider Kammern des Parlaments stattfinden; daneben der Kathedralenplatz, auf dem die ältesten christlichen Kirchen von Moskau stehen: die Mariä-Himmelfahrts-, die Mariä-Verkündigungskirche, die Kirche zu Mariä-Gewand-Niederlegung, die Erzengelkathedrale, die Facettenkammer, das Terem-Palais, die Gemächer des Patriarchen und die Kathedrale zu den zwölf Aposteln. Unmittelbar in der Nähe befindet sich ein Komplex von Regierungsgebäuden und die Residenz des Präsidenten von Russland. Aber beherrscht wird der Kreml vom Glockenturm Iwan Weliki, dem höchsten in der Hauptstadt. Diese goldene Kuppel ist von weither zu sehen.

In der Erzengelkathedrale befindet sich die Gruft der Moskauer Fürsten und russischen Zaren, insgesamt 46 Grabstätten; die zwei berühmtesten davon sind das Grab Iwans des Schrecklichen (Grosny) und das des Feldherrn Dmitri Donskoi, der die siegreiche Befreiung der alten Rus vom tatarisch-mongolischen Joch leitete.

Die Kathedralen des Kremls haben zwei Revolutionen (die von 1905 und die von 1917) und zwei Kriege (den Bürgerkrieg und den Großen Vaterländischen Krieg gegen Deutschland) überlebt.

Innerhalb der Kremlmauern herrscht in seinem schönen Garten die Stille, die vor den lästigen Krähen speziell ausgebildete Falken schützen - vier trainierte Vögel, die von einer Wacheinheit gepflegt werden.

Vor dem Kreml dehnt sich der berühmte Rote Platz mit dem einzigartigen Meisterwerk der Weltbaukunst, der neunkuppeligen Basilius-Kathedrale. Etwas weiter sieht man das Mausoleum mit Lenins Mumie, und dahinter verbirgt sich eine elitäre Bestattungsstätte von sowjetischen Führern und Nationalhelden: Hier ist das Grab von Stalin, aber auch das des ersten Kosmonauten der Erde Juri Gagarin.

Einen anderen Ort, der das Denken und Fühlen eines Touristen in gleicher Weise gefangen nehmen könnte, gibt es weder in Europa noch in Asien. (Anatoli Koroljow, RIA Novosti).

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