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24-10-2007 Reisen
Statt London heißt es für Russen nach Frankreich oder Malta in den Urlaub
Die britische Botschaft in Russland hat bekannt gegeben, dass jeder, der ab dem 8. November in das neblige Albion reisen will, im Besitz eines biometrischen Visums sein muss. Die Moskauer Zeitung "Nowyje Iswestija" am Mittwoch konstatiert, dass sich die Spielregeln damit knapp zwei Monate vor Neujahr verändern.



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In erster Linie ist die Reisebranche verärgert. Mit Bedauern muss sie feststellen, dass die Zahl der Russen, die sich auf den britischen Inseln erholen würden, um etwa 40 Prozent zurückgeht.

Am härtesten trifft es die Touristen aus der tiefen russischen Provinz, die in so manchem Reisebüro bis zu 70 Prozent der Kundschaft ausmachen. Sie müssen nun bei den britischen Visazentren in Moskau, Sankt Petersburg oder Jekaterinburg vorsprechen, um ihre biometrischen Kennzeichen abzuliefern.

Das Visum bekommt man (oder auch nicht) nach einer entsprechenden Überprüfung durch britische Stellen. Die Sprecherin der russischen Reisebranche, Irina Tjurina, stellte umgehend fest, dass viele Russen aus der Provinz wohl kaum eine Fahrkarte nach Moskau bezahlen wollen, ohne eine Garantie zu haben, dass sie in den Besitz eines Visums gelangen.

Das Einreisevisum für Großbritannien ist außerdem so teuer, wie kaum ein anderes. Heute müssen fast 100,00 Euro auf den Tisch gelegt werden. Diplomaten konnten in diesem Zusammenhang nur ihr „Bedauern“ zum Ausdruck bringen. So hat auch Botschafter Anthony Brenton „aufrichtig bedauert“, dass es unmöglich wäre, „das Datum der Einführung der neuen Regeln hinauszuschieben“.

Eine Verzögerung könnte aber auch noch von ganz anderer Seite drohen und die Lage nur noch schlimmer machen. Die kompetenten Organe Russlands haben den Briten noch nicht die Lizenzen für die Geräte erteilt, die die biometrischen Daten erfassen sollen. Die Briten hoffen nun, dass sie die Genehmigungen im November bekommen und dann mit der Schulung ihres Personals anfangen können.

„Der Strom (von Reisenden) nach Großbritannien bricht am 8. November ein. Im nächsten halben Jahr ändert sich daran nichts. Die Bustouren werden rasch aussterben“, bedauerte düster der Manager eines Reiseveranstalters.“Statt nach Großbritannien werden die Leute nach Frankreich und nach Malta reisen. Wir haben davon nur Verluste“, stimmte sein Kollege vom Verband der Reiseveranstalter in den Klagegesang ein. [ ria novosti ]

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