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08-04-2008 Reisen
Südkoreas erste Astronautin erfolgreich ins All gestartet
Das Warten fiel ihr sichtlich schwer, am Dienstag war es dann endlich soweit: Pünktlich um 13.16 Uhr (MESZ) brach Südkoreas erste Astronautin Yi Se Yeon an Bord einer russischen Sojus-Rakete zur Internationalen Raumstation (ISS) auf.




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Yis Strahlen sprach Bände, als sie das Hotel in der Nähe des russischen Weltraumbahnhofs Baikonur in Richtung Startrampe verließ. "Super", rief die 29-jährige Studentin aus, als sie von den wartenden Journalisten gefragt wurde, wie sie sich fühle.

In ganz Südkorea verfolgten tausende Menschen gebannt den Start der Sojus-Rakete. Allein in Seoul versammelten sich rund 3000 Menschen vor einem Bürogebäude im Zentrum, vor dem der Start auf einer Großleinwand übertragen wurde. Präsident Lee Myung Bak äußerte sich "tief berührt": "Der heutige Tage wird als Beginn unseres Marschs zum Mond in die Geschichte eingehen", sagte er. Südkorea will im Jahr 2020 das erste eigene Raumschiff zum Mond schicken.

Die zwölftägige Mission der Studentin des Bio-Ingenieurswesens kostet Seoul umgerechnet 12,8 Millionen Euro. Yi war ursprünglich Ersatzkandidatin für den Boxer Ko San. Dieser hatte aber Handbücher und Lehrmaterial vom Weltraumstützpunkt mitgenommen und war deshalb von den Russen wegen Spionageverdachts als unerwünscht erklärt worden.

Im Gepäck hat Yi das Nationalgericht Kimchi, das sie ihren Kollegen an Bord der Internationalen Raumstation (ISS) auftischen will. Am 12. April, dem Tag der Kosmonauten, will sie sogar singen. Neben der 29-jährigen Absolventin des renommierten Koreanischen Instituts für Wissenschaft und Technologie reisen die beiden russischen Kosmonauten Sergej Wolkow und Oleg Kononenko zur ISS. Während ihrer Mission soll Yi an wissenschaftlichen Experimenten teilnehmen.

Die Angehörigen der drei Kosmonauten wohnten dem Start in Baikonur bei. Vor Aufregung fiel Yis Mutter Jung Kum Sun in Ohnmacht. Mehrere Sanitäter kümmerten sich sofort um sie. Hartgesottener, wenngleich ebenfalls "besorgt", zeigte sich Wolkows Vater Alexander. "Für mich ist das nicht so einfach: Ich kenne die Probleme und weiß, was er durchmacht. Aber ich weiß auch, dass er es schaffen wird, und bin stolz auf ihn", sagte er kurz vor dem Start.

Alexander Wolkow zählt zu den Kosmonauten mit der längsten Aufenhaltsdauer im All - berühmt ist er vor allem, weil er das Ende der Sowjetunion an Bord der damaligen Raumstation Mir erlebte. Zum Start seines Sohnes hatte er sich eigens seine sowjetische Heldenmedaille an den dunklen Anzug geheftet.

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