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29-04-2008 Reisen
Ein Workcamp des SCI in Perm - Russlands Geschichte begreifen und sich gemeinsam erinnern
Ein dunkles Kapitel in der russischen Geschichte findet sich zu Zeit der Gulags. Historiker können nur ansatzweise schätzen, welche Zahl an Menschen in die Gulags abtransportiert wurden, unter unmenschlichen Bedingungen arbeiten mussten und infolgedessen zum größten Teil starben.

Eines dieser Arbeitslager war „Perm 36“. Neben den politischen Gefangenen waren auch prominente Dissidenten in diesen Gulag verschleppt worden. Der letzte Gefangenen verlies 1987 das Lager.

Diesen Teil der russischen Geschichte gilt es zu erhalten, zu verarbeiten und sich zu erinnern. Hierfür soll ein Museum entstehen, welches ein Bindeglied zu der traurigen Vergangenheit schlagen und für die Zukunft als Symbol der Warnung und des Nicht-Vergessens stehen soll.

„Perm 36“ soll als Gedächnispfeiler fungieren

Heute befindet sich der erhaltene Gulag in einem schlechten Zustand, auch wegen den harten Bedingungen in den Wintermonaten. Der Service Civil International (SCI) versucht zusammen mit der Organisation „Youth Memorial“ Mitte Juli 2008, für insgesamt zwei Wochen mittels eines Workcamps den Gulag „Perm 36“ als Gedächnispfeiler zu erhalten. Soziales Engagement, Zivilcourage und das Einsetzen für Menschenrechte soll dieses Camp und dessen Teilnehmer aus alles Welt auszeichnen. Vergangenheitsbewältigung, Geschichte authentisch erleben und für die darauf folgenden Generationen diesen Teil der Geschichte weitergeben, dass ist das Ziel von diesem Workcamp.

Der Campalltag

Die Arbeit in dem Camp besteht in dem Restaurieren der Gebäude und dem Ausbessern des Territoriums. Zusätzlich soll ein Museum entstehen, indem die Vergangenheit mit Hilfe von Ausstellungen, Videopräsentationen und Diskussionsrunden aufgearbeitet werden soll und weiterführend die tagesaktuellen politischen Geschehnisse in Russland und weltweit diskutiert werden können. Der Arbeitstag umfasst ca. fünf Stunden, die Unterbringung erfolgt in Blockhäusern am Flussufer und es besteht Selbstverpflegung. In der Freizeit werden verschiedene Möglichkeiten zu einem gemeinsamen Ausflug geboten, das Land, die Umgebung und die Menschen besser kennen zu lernen.

Durch den engen Kontakt mit den Campteilnehmern, aber auch mit den Einheimischen bei der Arbeit erleben die Campteilnehmer einen starken Zusammenhalt in der Gruppe und einen interkulturellen Austausch, der die Teilnehmer positiv beeinflussen wird.

„Pilorama 2008“

Auch in diesem Jahr findet wieder am Ende des Camps das internationale Festival „Pilorama 2008“ statt. Die Workcampteilnehmer haben die Möglichkeit, die Vorbereitungen tatkräftig zu unterstützen. Dieses Festival findet auf dem Gelände von „Perm 36“ statt und ist eng mit der Geschichte der Repression verbunden. Ehemalige Häftlinge, bekannte Bürgerrechtler, Musikgruppen sowie Interessierte pilgern jedes Jahr in die Region Perm, um an diesem Festival teilzunehmen.

Gemeinsam einen Teil der russischen Geschichte aufarbeiten und für die nächsten Generationen erhalten, nicht in Vergessenheit geraten, sondern sich gemeinsam erinnern. Für weitere Informationen, Teilnahmebedingungen und zum Anmeldebogen geht es unter: www.sci-d.de

[  Kristina Danneil / russland.RU – die Internet - Zeitung ]


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