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01-07-2008 Reisen
Freiwilligendienst in Osteuropa - Sich sozial engagieren und Lebenserfahrung sammeln
Ein längerfristiger Freiwilligendienst bietet dem Interessierten die Möglichkeit, sich sozial zu engagieren, zwischen drei bis zwölfe Monate, das Land, die Menschen und deren Kultur und Tradition kennen zu lernen. Das gemeinnützige Engagement, der Kontakt zu der einheimischen Bevölkerung und die vielen neuen Eindrücke bewirken, dass man die Welt aus einem anderen Blickwinkel kennen lernt.

Einmal den Entschluss gefasst, sich zu einem längerfristigen Freiwilligendienst zu melden, unterstützt die Organisation Service Civil International (SCI) tatkräftig dieses Vorhaben. Als ersten Schritt wird ein Informationsseminar angeboten, indem die Interessierten die Möglichkeit wahrnehmen können, Fragen zu stellen, sich für die anstehende Reise und Aufgaben Tipps und Tricks abzuholen und sich allgemein zu informieren.
Aus den ausgeschriebenen Projekten können die Teilnehmer das Land beziehungsweise die Stadt selbst auswählen. Im folgenden treffen die Teilnehmer in den Vorbereitungsseminaren des SCI Vorkehrungen für die bevorstehende Reise und es wird ihnen aufgezeigt, welche Dinge vor der Abreise zu regeln sind, wie beispielsweise die Beantragung eines Visums oder nötige Impfungen. Die auftretenden finanziellen Fragen werden mittels einer Förderung der Europäische Union und durch Aufstellung eines eigenen Förderkreises beantwortet. Hierdurch werden alle im Alltag aufkommenden finanziellen Ausgaben abgedeckt. Darüber hinaus haben die Freiwilligen die Möglichkeit, während ihres Dienstes einen kostenlosen Sprachkurs zu besuchen. „Man sollte eine konkrete Vision haben und sich auf das Land und die Arbeit vorbereiten“, so die Empfehlung der SCI-Mitarbeiterin Sandra Kowalski, welche aus Erfahrung spricht.

Freiwilligendienst in Woronesch: „Langweilig wird es einem nie!“

Für Sandra Kowalski war einer der Gründe für den Entschluss, einen Freiwilligendienst zu absolvieren die russische Stadt Woronesch, in der sie schon einmal ein internationales Workcamp besucht hatte. „Ich wollte zurück“, äußerte sie und setzte dieses Vorhaben in die Tat um.

In der Anfangszeit erschwerten die Sprachbarrieren den Alltag in Russland. „Ich musste immer um Hilfe bitten“. Doch durch den Kontakt zu der einheimischen Bevölkerung und dem gelebten Alltag konnten diese Barrieren größtenteils überwunden werden. Die Langzeitstelle in Woronesch umfasste eine Neugründung eines Studenten-Clubs, welches sich zum Ziel gesetzt hatte, Völkerverständigung zu proklamieren. Gerade dem Problemkontext von zunehmender Fremdenfeindlichkeit in Russland musste entgegengetreten werden. Darüber hinaus wurde ein Filmclub eröffnet und internationale Partys organisiert. Zusätzlich unterstütze Sandra Kowalski die Arbeit in einem Kinderheim und leitete zusammen mit einer Russin ein Workcamps in Woronesch.

Alles in allem ein voller Terminkalender, mit einer breiten Palette an Aufgaben und Möglichkeiten zur freien Entfaltung des sozialen Engagements. „Ich konnte mich ausprobieren, an den mir gestellten Aufgaben wachsen und selbständiger werden“, so die persönlichen Erfahrungen von Frau Kowalski.

Zehn Monate in Sibirien. Wer kann das schon von sich behaupten?

Christina Beneckes Motivation für einen längerfristigen Freiwilligendienst bestand darin, dass sie neben der Universität etwas praktisches machen wollte, das sie als sinnvoll ansah und auch sie selber zufrieden stellte. Sie entschied sich, nach Ulan Ude zu gehen, eine russische Stadt südöstlich in der Nähe des Baikalsees gelegen. Die Tatsache, als ein Westeuropäer nach Osteuropa, in die Tiefen Sibiriens zu reisen, wecke großes Interesse der Bevölkerung. Fragen, wo man herkommt, was man in Sibirien macht, wie Deutschland so ist, gehörten zum Alltag von Frau Benecke dazu.

Ihr Tätigkeitsfeld beinhaltete die Unterstützung der Betreuung in einem Kinderheim. Hindernisse, wie die Schwierigkeit, engere soziale Kontakte zu knüpfen, stellten sich ihr in den Weg, doch allein die Arbeit mit den Kindern, die Zufriedenheit in ihren Augen, glichen diese Hürden wieder aus.

Für Christina Benecke stand fest, dass trotz schwieriger Bedingungen und Umständen sie das richtige getan hatte. „Ich bin am richtigen Platz“ sagte sie und unterstrich damit ihre Entscheidung für einen Freiwilligendienst.

Moldawien: Wo liegt das überhaupt?

Moldawien wie beispielsweise auch Weißrussland werden leider viel zu wenig beachtet. Sowohl in der Politik- als auch in der Medienwelt erfolgen lediglich Erwähnungen am Rande. Fehlende Sprachkenntnisse erschweren zusätzlich die Vermittlung von Freiwilligen nach Moldawien. Wer kann schon von sich behaupten, Rumänisch zu sprechen? Doch sollte eine solche Barriere nicht abschrecken, denn wo kann man eine Sprache besser lernen als in dem jeweiligen Land selber.

Farina Müller stellte sich dem Abenteuer Moldawien. Sie verbrachte ihren Freiwilligendienst in der Stadt Edinet, arbeitete tatkräftig bei der Kinderbetreuung mit und unterstützte zusätzlich alleinerziehende Mütter. Um leichter in das Projekt reinzufinden, bestand der erste Monat aus einem rumänischen Sprachkurs. Bei ihrer Arbeit in Edinet musste sie viel Selbstständigkeit und Eigeninitiative aufbringen. Dieses Engagement wurde ich vielfach gedankt. „Ich hatte das Gefühl, gebraucht zu werden“, so Farina Müller zurückblickend auf ihren Langzeitdienst.

Die Welt erleben, sich sozial engagieren, selbstständiger werden, das Land, die Menschen und deren Traditionen kennen lernen, all dies vereint ein längerfristigen Freiwilligendienst. Man braucht eine gehörige Portion Mut, sich dieser Probe zu stellen. Hat man sich einmal auf diesen Weg begeben, wird man erkennen, was es bedeutet, sich in anderen Ländern sozial zu engagieren. „Meine Welt ist ein bisschen größer geworden“, resümierte Sandra Kowalski über ihre nachwirkenden Erfahrungen. Wer möchte diesen Satz nicht auch über sich sagen können?

Alle näheren Informationen unter: [  : http://www.sci-d.de/ ]
Der Bereich längerfristiger Freiwilligendienst, alles rund um die Bewerbung, Vermittlung und alle Projekte unter: [  http://www.sci-d.de/cms/index.php?ltv ]
[  Kristina Danneil / russland.RU – die Internet - Zeitung ]


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