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28-10-2008 Reisen
S7 aus Russland und die Lufthansa müssen sich weiter gedulden
Der Verkauf des österreichischen Unternehmens werde bis zum Jahresende verschoben, sagte am Montag der Chef der Staatsholding ÖIAG, Peter Michaelis, dem Fernsehsender ORF. Neben der Lufthansa ist dem ÖIAG-Chef zufolge auch noch die russische Fluggesellschaft S7 im Bieterrennen.



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Air France-KLM komme hingegen nicht mehr als Käufer für die AUA in Frage, sagte Michaelis. Laut APA-Informationen ist der österreichische Staat bereit, Austrian Airlines bis zu 500 Millionen ihrer 900 Millionen Euro Schulden abzunehmen.

Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte der Nachrichtenagentur APA, der am Dienstag auslaufende Privatisierungsauftrag für die teilstaatliche Fluggesellschaft werde "unverändert" bis 31. Dezember 2008 fortgesetzt. Die staatliche ÖIAG hält 41,56 Prozent an Austrian Airlines. Der erste Privatisierungsauftrag enthielt die Bedingungen, dass 25 Prozent der Fluggesellschaft in österreichischem Besitz bleiben und der Unternehmenssitz Wien bleibt.

Eine Lufthansa-Sprecherin sagte, das Unternehmen werde sein Übernahmeangebot für Austrian Airlines bis Ende Dezember aufrechterhalten. Medienberichten zufolge hatte die Lufthansa am Sonntag die Bedingungen für die Übernahme verschärft. Demnach bietet die deutsche Fluggesellschaft für den Anteil der ÖIAG offenbar nur noch den symbolischen Preis von einem Cent je Aktie (rund 360.000 Euro). Kleinaktionären wolle Lufthansa drei bis vier Euro je Aktie zahlen. Außerdem soll Lufthansa einen Schuldennachlass von einer halben Milliarde Euro gefordert haben. Im Gegenzug werde garantiert, dass der AUA-Sitz mindestens 30 weitere Jahre in Wien bleibt.

Die Nachrichtenagentur APA erfuhr aus Regierungskreisen, dass der österreichische Staat bereit sei, dem Unternehmen bis zu 500 Millionen Euro Schulden abzunehmen. Dies wurde zunächst nicht von offizieller Seite bestätigt. Der Chef der SPÖ und Infrastrukturminister Werner Faymann hatte laut APA lediglich gesagt, nach seiner Einschätzung "könnte man bereit sein, auch finanziell etwas dazu beizutragen, dass der Verkauf zustande kommt". Laut ÖIAG-Vorstandsmitglied Gerhard Fritz müsste eine Schuldenübernahme durch den österreichischen Staat auch von der EU-Kommission genehmigt werden. Die Regierung in Wien müsse dies vor einer Entscheidung klären, sagte er dem ORF.

Insgesamt steht Austrian Airlines mit 900 Millionen Euro in der Kreide. Im ersten Halbjahr fuhr der Konzern trotz Sanierungsplan ein Minus von 48,7 Millionen Euro ein. Die Lufthansa hatte in der vergangenen Woche als einziger Interessent ein Gebot für die Übernahme abgegeben. Air France-KLM und S7 hatten mehr Zeit gefordert.


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