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13-08-2009 Reisen
Der Preis ist heiß - aber nicht immer gleich
Es war eine Unsitte auch in Moskau und Sankt Petersburg bis vor einiger Zeit, dass Ausländer für jede Eintrittskarte hochoffiziell mehr zahlten. Hinter dem Ural ist sie, obwohl von Regierungsseite mittlerweile verdammt, immer noch anzutreffen.



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Ein Ticket im sehenswerten Hauptmuseum von Tscheljabinsk kostet wirklich günstige 130 Rubel, das sind gerade mal drei Euro. Hierfür wird eine Schau aus Historie und Natur geboten, die einen Vergleich mit ähnlichen Orten westlicher Metropolen nicht scheuen muss. Insbesondere aus dem Ural gibt es viele verblüffende und beeindruckende Exponate.

Die Preisliste am Eingang enthält jedoch nicht nur einen Preis oder noch einen weiteren für Kinder (die noch viel weniger kosten). Sie ist eher recht lang. Klopft nämlich ein Ausländer an die Pforte, zahlt er hochoffiziell 300 Rubel, also sieben Euro - über das Doppelte. Welch Glück, dass nur ein Nicht-Russe in unserem Team war (nämlich ich). Es hilft hier in russischer Begleitung die übliche Methode beim Geld sparen.

Einer der Russen kauft Eintrittskarten (natürlich nur Russentickets) und der Ausländer schweigt im Inneren und filmt. Die Russen unterhalten sich derweil fleißig. Denn Ausweise werden keine kontrolliert. Das hat schon anno 2000 in der Eremitage Sankt Petersburg funktioniert. Bitte wirklich nichts reden, denn der deutsche Akzent fällt ja auch beim Russisch reden auf. "Spasibo" krieg ich mittlerweile auch akzentfrei hin. Wer das nicht kann, sollte besser Stoffel bleiben.

Ah ja, das Filmen: Hier kommt der nächste Punkt der Aufpreisliste. Fotografieren kostet 30 Rubel (etwa 70 Cent) Aufschlag und professionelles Filmen 50 Rubel (etwa 1,20 Euro). Natürlich sind wir nicht dumm. Fotos? Keine Rede! Filmen - wir filmen nur für den touristischen Privatgebrauch - das kostet lustigerweise nichts. Gut ist, wenn man eine kleine Kamera hat, die extrem nach Tourismus ausschaut. So gut wie die Museen hier hinter dem Ural sind, im Bezug auf professionellen Tourismus ist noch etwas nachzuholen. Wobei das Bedauerliche ist, dass die einzigen Touristen, die hier häufiger gesehen werden, Chinesen sind. Für sie ist hinter dem Ural nun mal nicht – wie für die Mehrheit der Deutschen – irgendwo am Ende der Welt, sondern näher an der Heimat als Moskau. [  Roland Bathon – russland.tv: aktuell in Tscheljabinsk / Südural  ]

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