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21-08-2009 Reisen
Mobiles Internet in Russland
Nachdem wir auf unserer Tour einige praktischen Erfahrungen mit dem Internet für unterwegs in verschiedenen Gegenden Russlands gesammelt haben, können wir sie in Form von Tipps an unsere Leser weitergeben. Nicht, dass es ihnen auf der Reise ebenso geht, wie dem aktuellen VW-Käfer-Konvoi durch Sibirien, der den Kontakt zum Netz und seinem Blog zeitweise verloren hat.



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Grundsätzlich bieten mehrere Handynetzbetreiber Russlands mobile Webzugänge an. Hier kann man natürlich auch seinen deutschen Suffstick oder das eigene Smartphone (ohne SIM-Lock) mit einer russischen Karte füttern. Funktioniert hat das bei uns definitiv mit Karten der russischen Anbieter Beeline und MTS, wenn man die Einstellung der eigenen Software anpasst (unser Modell ist ein Huawei E169, der von E-Plus und O2 verwendete Typ). Prepaid-Angebote für Reisende gibt es ebenfalls, wobei es immer einfacher ist, eine in Russland lebende Person ist der offizielle Käufer irgend eines Angebots ohne längerfristigen Vertrag und Grundgebühr. Die Preise laufen bei diesen Karten pro Megabyte der Übertragung. Aufpassen sollte man beim Smartphone, da sich manche SIM-Karten von der Einstellung nur zum surfen eignen, so nach Auskunft des Netzbetreibers die Karte in unserem Beeline UMTS-Stick. Da wir ein hiesiges Handy haben, war uns das recht egal, hat uns aber doch überrascht.

Thema UMTS: Diese schnelle Art des mobilen Surfens ist bis jetzt hauptsächlich in großen Metropolen und ihrer unmittelbaren Umgebung verfügbar. In Kleinstädten (das ist in Russland alles unter 100.000 Einwohnern) muss man mit reinen GPRS-/EDGE-Zugängen rechnen, die von der Geschwindigkeit mit einem stationären Modemzugang vergleichbar sind. Ist das regionale Netz zeitweise überlastet, kann zu diesen Stunden alles quälend langsam werden. Am besten läuft der Datenstrom nachts, wenn der örtliche Flaschenhals nicht so stark blockiert ist. Wegen Surfstick-Angeboten für Einsteiger kann es durchaus sein, dass ein Stick mit SIM-Karte gar nicht so viel teurer ist, als die Karte alleine. Die heimische SIM-Karte sollte man übrigens besser nicht nutzen. Da Russland nicht Teil der EU ist, sind die Aufschläge durch die Rooming-Gebühren saftig.

Wer auf die ständige Verfügbarkeit des Netzes angewiesen ist oder viel in entlegenen Gegenden unterwegs, tut gut daran, SIM-Karten von zwei verschiedenen Betreibern zu besitzen. In Dörfern weitab von der Stadt ist häufig nicht jedes Netz verfügbar. Auch hat unsere Erfahrung mit Beeline gezeigt (siehe Artikel   Beeline, Hotline, Offline in Russland   ), dass es bei Funktionsstörungen etwas dauern kann, bis alles wieder läuft. Generell hatten übrigens alle Handys und Sticks, die wir in Russland gekauft oder benutzt haben, kein SIM-Lock, auch nicht die Prepaid-Modelle. Diese Art der Knebelung von Kunden scheint hier zumindest weniger üblich zu sein, auch wenn wir genaue Infos dazu nicht mehr recherchiert konnten. So könnte es sich durchaus lohnen, in Russland einen UMTS-Stick ohne SIM-Lock zu erwerben und dann in Deutschland mit einer Prepaid-Karte zu betreiben. Angst vor minderer Qualität muss man hierbei nicht haben. Sowohl die in Russland als auch die in Deutschland erhältlichen Surfsticks sind gleichermaßen "Made in China".
Roland Bathon - russland.TV; Roland Bathon ist Autor des Buchs "Russland auf eigene Faust" - mehr Infos unter www.buecher.nachrussland.de

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