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27-04-2010 Reisen
Risse in der Schengen Visa-Mauer – Russland und Norwegen öffnen Grenze


Das Schengen-Land Norwegen und Russland geben grünes Licht für eine offene Grenze zwischen Ost und West. - Es ist ein Wunsch der Länder, sagte gestern der norwegische Außenminister Jonas Gahr Store.




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Der erste Stein wird von Norwegen aus der immer noch massiven Visa-Mauer, die die Schengenstaaten zu Russland haben, herausgebrochen.

Russland ist ab sofort bereit, ein visafreies Regime mit der EU einzuführen, und zwar ohne Vorbedingungen, erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow im November in seinem Interview für den russischen TV-Nachrichtensender "Westi". "Wir hoffen, dass auch unsere europäische Partner guten Willen an den Tag legen", fügte der Minister hinzu.

Der russische Präsident Dmitri Medwedew hatte sich für eine Abschaffung der Visa-Pflicht für Reisen zwischen Russland und der Europäischen Union bei seinem Besuch in der slowakischen Hauptstadt Bratislawa im April ausgesprochen. "Wir sind ein verlässlicher Partner der EU und brauchen deshalb bequeme Bedingungen, um uns treffen und miteinander handeln zu können", sagte Medwedew.

Mit Norwegen ist es nun soweit

In der Gemeinde Sør-Varanger mit der Stadt Kirkenes hoch im Norden, wo Norwegen und Russland eine gemeinsame Grenze haben beginnt die Öffnung.

Die visafreie Zone wird zunächst für 30 Meilen gelten. Auf lange Sicht werden alle Grenzen zwischen Norwegen und Russland offen sein, sagte der norwegische Außenminister Store.

„Es ist interessant zu sehen, wie die Menschen dort in Norwegen leben, und wir möchten in die Läden gehen und natürlich sehen, was sie dort haben“, sagte die Rentnerin Lilja Skomorokova aus der russischen Grenzstadt Nikel zu einem norwegischen Journalisten. Aber bisher war das leider nur mit einem Visum möglich, welches Geld kostete und ein bürokratischer Aufwand war.

Möglich durch das Schengen-Abkommen

Die Vereinbarung stellt sicher, dass 40.000 Russen zunächst frei in die Sør-Varanger Gemeinde reisen können, während 9000 Bewohner der norwegischen Grenz-Gemeinde in der gleichen Weise, nach Russland reisen können.

Die Schengen-Regeln erlauben diese Möglichkeiten und ich glaube, wir gehören zu den ersten, die sie nutzen. Es war der Wunsch aus der Region der Sør-Varanger Gemeinde und der russischen Seite, " erklärte Außenminister Store.

Unterzeichnung heute möglich

Der Präsident Russlands, Dmitri Medwedew, reiste am Montag zu einem Staatsbesuch nach Norwegen. Nach der offiziellen Empfangszeremonie fand ein Treffen des russischen Präsidenten mit dem norwegischen Parlamentschef D.T.Andersen statt. Dmitri Medwedew und seine Gattin Swetlana frühstücken gemeinsam mit dem Königspaar. Danach traf sich der Staatschef Russlands mit Teilnehmern eines russisch-norwegischen Geschäftsforums.

Am Dienstag wird Medwedew mit dem Premierminister Norwegens, Jens Stoltenberg, verhandeln. Medwedew und Stoltenberg wollen dann auch grünes Licht für eine visafreie Zone zwischen den Ländern geben.

Ferner werden in Oslo eine Reihe von Regierungsabkommen zur Zusammenarbeit im Bereich der Energieeffizienz, des Umweltschutzes, des Bildungswesens, der Wissenschaft, des Rechtsschutzes unterzeichnet werden. Es sei geplant, die Ergebnisse der bevorstehenden russisch-norwegischen Verhandlungen in einer gemeinsamen Erklärung zusammenzufassen, sagte Medwedews Assistent Sergej Prichodko.

Zu den wichtigsten Verhandlungsthemen gehören nach seinen Worten "die Energiewirtschaft, die Fischerei, der Umweltschutz und die Nuklearsicherheit".

"Die strategische Partnerschaft zwischen Moskau und Oslo auf dem Gebiet der Energiewirtschaft wird kontinuierlich gefördert. Das ausschlaggebende Projekt der nächsten Zeit ist die Erschließung des Schtokman-Gasfelds in der Barentssee unter Beteiligung des russischen Konzerns Gasprom, der norwegischen Gesellschaft Statoil und des französischen Unternehmens Total. Statoil hat außerdem Interesse an der Erschließung der Gasfelder auf der Halbinsel Jamal und am Ausbau der Kooperation mit dem russischen Konzern LUKOIL in Drittländern", so Prichodko.

Er erklärte, dass der Außenhandelsumsatz zwischen Russland und Norwegen im Jahr 2009 infolge der globalen Wirtschaftskrise um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 1,87 Milliarden US-Dollar gesunken war. Im laufenden Jahr sei jedoch die Tendenz positiv, denn der bilaterale Außenhandelsumsatz in den ersten zwei Monaten des Jahres 2010 sei um 47 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum des Jahres 2009 gestiegen, teilte Prichodko mit.

Den Präsidenten begleiten der Außenminister Sergej Lawrow, der Umweltminister Juri Trutnew, der Energieminister Sergej Schmatko, der Minister für Informations- und Kommunikationswesen Igor Schtschogolew, der Generalstaatsanwalt Juri Tschaika, der Leiter der Föderalen Agentur für Fischfang ("Rosrybolowstwo"), Andrej Krajnij, der für Fragen der Zusammenarbeit in der Arktis und Antarktis zuständige Präsidentenvertreter Artur Tschilingarow und die Gouverneure der Grenzregionen Russlands. [ russland.RU ]

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