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28-04-2010 Reisen
Norwegen und Russland: Seegrenze geklärt – Kleiner Grenzverkehr etwas später


Wegen der äusserst wichtigen Verhandlungen über die Seegrenze zwischen Russsland und Norwegen in Barentssee und Polarmeer und der Möglichkeit bei diesem Besuch endlich zu einer Einigkeit zu kommen musste das Grenzabkommen über den Visumfreien kleinen Grenzverkehr zurückstehen.




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Nach jahrzehntelangen Streitigkeiten haben sich Norwegen und Russland auf ihre Seegrenze in der Arktis geeinigt. "Diese Lösung ist mehr als eine Grenzlinie unter dem Ozean - es geht darum, gutnachbarschaftliche Beziehungen zu entwickeln", sagte der norwegische Ministerpräsident Jens Stoltenberg am Dienstag bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem russischen Staatschef Dmitri Medwedew in Oslo. Die Einigung "wird uns mehr einen, als dass sie uns trennt", fügte Stoltenberg hinzu. Sie sei wichtig für die beiderseitige Zusammenarbeit

"Wir haben gerade erst eine Einigung über die Grenzlinie in der Barentssee und im Nordpolarmeer erzielt," teilte Stoltenberg mit. Die Entscheidung tangiere den Abbau von Ölvorkommen und den Fischfang in der Region. Medwedew drückte seinerseits die Hoffnung aus, dass die mündlichen Vereinbarungen schnellstens aufs Papier gebracht und von beiden Staaten unterschrieben werden. Russland erwarte, dass die Grenzziehung den Weg für neue gemeinsame Energieprojekte ebnen wird.

Norwegen und die Sowjetunion, später dann Russland, hatten bereits seit 1970 um ein Abkommen gerungen, das ein Gebiet von 176.000 Quadratkilometern in der Arktis und der Barentssee zwischen ihnen aufteilt. "Je länger das gedauert hätte, umso mehr wären die Spannungen gewachsen", sagte Medwedew. Nun wurde das umstrittene Gebiet zu nahezu gleichen Teilen den beiden Seiten zugeschlagen.

Angesichts des schmelzenden Polareises wachsen die Begehrlichkeiten zur Nutzung der frei werdenden Meeresgebiete. Immer nördlichere Öl- und Gasfelder könnten erschlossen werden, Fischfangflotten weiter vordringen und die bisher fast immer vom Eis verschlossene Nordost-Passage könnte den Seeweg zwischen Europa und Asien drastisch verkürzen. Nach Einschätzung des Geologischen Dienstes der USA (USGS) könnten sich in der Arktis 90 Milliarden Barrel Öl und 30 Prozent der weltweiten Erdgasreserven befinden. Zu den fünf Arktis-Anrainerstaaten zählen neben Russland und Norwegen auch Dänemark, Kanada und die USA.

Kleiner Grenzverkehr kommt

Stoltenberg lobte seine Verhandlungen mit Medwedew. "Wir haben unsere Zusammenarbeit in vielen Bereichen auf einen neuen Stand gebracht", sagte er auf einer gemeinsamen Pressekonferenz. Man habe sich unter anderem grundsätzlich darauf verständigt, künftig die Visapflicht für die Bewohner der Grenzgebiete beider Staaten abzuschaffen. Die neue Regelung solle für die Menschen gelten, die bis zu 30 km weit von der Grenze wohnen. An einem entsprechenden Vertrag werde bereits gearbeitet.

Wie verlautet, hat der russische Sicherheitsdienst FSB noch Einwände gegen visumfreien Grenzverkehr. Der FSB organisiert die Grenzkontrollen und meint, dass es noch Probleme gibt mit einigen staatenlosen Personenen in Murmansk.

Eine Öffnung der Grenze kann auch dazu führen, das Kriminelle die Grenze überqueren können. ”Es ist absolut klar, das diejenigen, die einen Grenzbewohnerausweis bekommen eine weisse Weste haben müssen, sagte dazu der norwegische Aussenminister Jonas Gahr Støre. [ russland.RU ]

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