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16-07-2003 Reisen
Eine Reise durch Russland, oder Russland ist nicht nur Kaviar
(MOSKAU) Für einen Reisenden, der in der Welt nach neuen Eindrücken sucht, ist die Zeit gekommen, sich nach dem fernen Russland zu begeben, um mit eigenen Augen seine Weiten zu sehen, die „geheimnisvolle russische Seele" für sich zu entdecken und die Heimat von Puschkin, Tolstoi, Tschechow und Tschaikowski kennen zu lernen.

Der Tourismus lebt von Legenden. Wer nie in Russland gewesen ist, stellt es sich als ein Land von Bären, undurchdringlicher Taiga, ineinander geschachtelten Holzpuppen, Wodka und Kaviar vor. Ja, 60 Prozent des russischen Territoriums sind vom Menschen noch nicht erschlossen. An diesen Orten ist die urwüchsige Natur erhalten geblieben. Es gibt Mythen und Legenden über jedes Land, und sie fördern in hohem Maße die Entwicklung des Fremdenverkehrs. In Russland sind alle Voraussetzungen für Tourismus und Erholung gegeben. Bleibt nur die Frage, wann und wohin man reisen soll.
Wenn Sie beispielsweise ein wirklich traditionelles russisches Gericht - Plinsen mit Kaviar - kosten möchten, so sollten Sie Ihre Russland-Reise für den Frühlingsanfang planen, wenn hier die Butterwoche - Maslenniza - gefeiert wird.

Für Sonnenhungrige ist die russische Schwarzmeerküste von April bis Oktober ein lohnendes Ziel. Viele Sehenswürdigkeiten sind zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert. Beginenn wir mit den Metropolen.

In Russland gibt es, wie in der ganzen Welt, die Tendenz zur Konzentration der Bevölkerung in großen Städten. Moskau, die Hauptstadt Russlands, hat knapp zehn Millionen registrierte Einwohner, hinzu kommen mehrere Hunderttausend, die in keiner Statistik auftauchen, und täglich rund drei Millionen Besucher. Moskau ist eine gastfreundliche Stadt und bietet Quartier für jeden Geldbeutel. Vom erschwinglichen Drei-Sterne-Hotel am Stadtrand bis zum klassizistischen "Metropol" oder dem Kempinski-Hotel "Baltschug". Um Moskau kennen zu lernen, ist es am einfachsten und sichersten, sich der Obhut eines Stadtführers anzuvertrauen und eine ausgedehnte Rundfahrt durch Moskau zu unternehmen. Nicht nur mit dem Bus, sondern unbedingt auch mit der Metro - am besten spät abends. Auf dem inneren U-Bahn-Ring ist jede Station eine Augenweide.

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• Webcams aus Moskau
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Aber auch bei einem selbständigen Spaziergang durch das Stadtzentrum entdecken Sie garantiert viel Neues, mitunter Merkwürdiges, aber auf jeden Fall Interessantes. Zweigeschossige Villen in Alt-Moskau und die originelle Architektur vieler Neubauten bilden ein eigenwillig harmonisches Ensemble. Ein Ladenbummel besonderer Art ist der Besuch im berühmten Kaufhaus GUM am Roten Platz, vor allem wegen seiner beeindruckenden Architektur, und in dem historischen Feinkostgeschäft des Moskauer Kaufmannes Jelissejew auf der Twerskaja-Prachtstraße, nahe dem Puschkin-Platz. Luxuriöse Restaurants und Fast-Food-Ketten lassen keinen Touristen darben. Zum Moskauer Pflichtprogramm gehören der Kreml, die Basilius-Kathedrale und der Rote Platz. Die Tretjakowgalerie, das Staatliche Puschkinmuseum für bildende Künste und das Museum von Privatsammlungen werden jeden Kunstfreund beeindrucken. Die Liebhaber klassischer Musik sollten unbedingt die Möglichkeit nutzen, im Moskauer Staatlichen Konservatorium und im Tschaikowski-Konzertsaal die besten Musiker der Welt zu hören. Mit etwas Glück oder einem findigen Reiseleiter sind auch Karten für das Bolschoi-Theater zu haben. Für Nachtschwärmer bieten Nachtclubs und Casinos ein breites Spektrum von Vergnügungen aller Art.

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Wer Russland zum erstenmal besucht, hat auf seinem Reiseplan garantiert auch St. Petersburg, die so genannte nördliche Metropole. Diese Stadt, in der jeder Stein Geschichte erzählt, wurde auf Geheiß des russischen Zaren Peter I. von 1703 an auf einem Moorland errichtet. Bei einer Bootsfahrt durch einige der vielen Kanäle der Stadt, unter Dutzenden Brücken hindurch, empfindet man die Bezeichnung "russisches Venedig" als gerechtfertigt. Das Kulturprogramm sollte unbedingt die Besichtigung der Ermitage, eines der größten Museen der Welt, einschließen. St. Petersburg ist eng mit dem Leben und Wirken von Alexander Puschkin verbunden, einem der bedeutendsten russischer Dichter. Sein als Museum eingerichtetes Haus an der Moika ist ein Pilgerort von Reisenden aus aller Welt. Bei einem mehrtägigen Aufenthalt in St. Petersburg ist die wunderschöne Sommerresidenz der Zaren in Peterhof mit seinen zahlreichen Springbrunnen einen Ausflug wert, ebenso Zarskoje Selo (Zarendorf), wo erst seit kurzem das - mit deutscher Hilfe - neu geschaffene, legendäre Bernsteinzimmer wieder besucht werden kann. Bemerkenswert ist es, dass diese ganze Pracht von den russischen Baumeistern in Zusammenarbeit mit ihren europäischen Kollegen, wie Charles Cameron, Giacomo Quarenghi, Carlo Rossi und Pietro Gonzaga geschaffen worden ist. St. Petersburg ist zu jeder Jahreszeit eine Reise wert, aber besonders beeindruckend sind die "Weißen Nächte" zu Beginn des Sommers, wenn die Sonne nicht untergeht.

Ein religiöses Symbol des Nordens Russlands ist die Insel Kishi im Onegasee in Karelien. Die Christi-Verklärung-Kirche /1714/ mit ihren 22 Kuppeln, die bekannteste erhalten gebliebene russische hölzerne Kirche, die 9-kuppelige Kirche zu Mariä Schutz und Fürbitte /1764/ und das Glockenhaus mit Zeltdach /1874/ bilden ein staunenswertes Bauensemble. Diese Schönheit erschließt sich Ihnen am eindrucksvollsten bei einer Schiffsfahrt von St. Petersburg via Walaam und Kishi nach Petrosawodsk.

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• Reisetipp Ural : Das Naturreservat Schulgan-Tasch (16.7.2003)
• Sonderzugerlebnisreise “ Wolgastrand “
Aber Russland ist mehr als seine beiden Hauptstädte. Das russische Leben in seiner urwüchsigen Schönheit können Sie kennenlernen, wenn Sie die Städte des „Goldenen Rings Russlands" besuchen: Wladimir, Susdal, Bogoljubowo, Gus Chrustalny, Pereslawl-Salesski, Sergijew Possad, Pljos, Rybinsk, Rostow Weliki, Uglitsch, Jaroslawl, Murom, Kostroma, Iwanowo.

Auch eine Flusskreuzfahrt mit einem komfortablen Motorschiff auf der Wolga und der Oka bis Nishni Nowgorod oder Astrachan bietet die Gelegenheit, altrussische Städte kennenzulernen. Sie werden dabei alte Festungen, Kirchen, Klöster, russische Provinzmuseen mit oft großartigen Gemäldesammlungen besichtigen können. Das Wolga-Delta um Astrachan am Kaspischen Meer gilt als das Kaviar-Mekka Russlands. Die Fisch-Eier, ob schwarz oder rot, werden dort auch den Gästen in Portionen angeboten, die nur mit einem großen Löffel zu bewältigen sind. Allerdings sind die Delikatessen nur für den Verzehr vor Ort bestimmt. Wer Ikra - also Kaviar - mitnehmen möchte, muss ihn für viel Geld im Handel kaufen.

Auch die Liebhaber des alpinen Skisports kommen in Russland auf ihre Kosten. Zum Beispiel im nordkaukasischen Krasnaja Poljana, wo auch der russische Präsident hin und wieder die Hänge hinabwedelt. Im Vier-Sterne-Hotel Lasurnaja gibt es alles, damit sich die Touristen nicht langweilen: Casino, türkische Bäder, eine original russische Schlitten-Troika und schneegängige Fahrzeuge.

Wenn Sie russische Exotik erleben möchen, sollten Sie - zum Beispiel mit der Transsibirischen Eisenbahn - durch Sibirien in den Fernen Osten reisen. Sie werden den Baikalsee sehen, angeln und auf Jagd gehen können. Liebhabern des Extremurlaubs ist eine Floßfahrt auf den mächtigen sibirischen Strömen Ob, Lena, Jenissej und Irtysch zu empfehlen. Apropos, extrem. Wer Geld und entsprechende Neigungen hat, kann in einem russischen Kampfjet (mit)fliegen, ein Kosmonautentraining absolvieren, Panzer fahren oder auf russischen Armeeschießständen herumballern.

Wenn Sie aber etwas für Ihre Gesundheit tun wollen, stehen Ihnen Sanatorien und Heilquellen einer Vielzahl von Kurorten in der Region Stawropol zur Auswahl: Kislowodsk, Pjatigorsk, Jessentuki, Shelesnowodsk. Immer mehr Sanatorien dort entsprechen europäischem Standard.

Der bekannteste Erholungsort Russlands ist Sotschi, dessen Strände sich längs der Schwarzmeerküste des Kaukasus über nahezu 150 km hinziehen. Die Hotels Radisson SAS Lasurnaja und Radisson SAS Lasurnaja Pik Hotel gehören zu den besten Kurhotels des Landes. Wer durch fremde Länder reist, möchte nicht nur erzählen, sondern auch etwas zeigen oder sich wenigstens eine gegenständliche Erinnerung bewahren.

Die beliebtesten Mitbringsel aus Russland sind Gegenstände des Kunsthandwerks. Beispielsweise Gshel - ein Porzellan mit blauer Bemalung auf weißem Hintergrund. Der Name ist von einer Gegend bei Moskau abgeleitet. Die Tradition des Töpferns reicht dort bis zum Anfang des 14. Jahrhunderts zurück.

Chochloma - handbemalte Holzerzeugnisse gibt es seit über 300 Jahren. Tassen, Salzdosen, Stühle und Regale sind mit wundersamen feuerroten Blumen bemalt. Das Geheimnis der Bemalung liegt darin, dass die Erzeugnisse zwei- oder dreimal lackiert und danach im Ofen gehärtet werden. Der Lack bekommt dabei gelbe Färbung, so dass die bemalten Holzschüsseln vergoldetem Geschirr ähneln.

In der ganzen Welt berühmt sind die Wologdaer Spitzen, die dort seit dem Ende des 17. Jahrhunderts aus Leinen-, Seiden- und Baumwollzwirn geklöppelt werden.

Die Geschichte der Kunst der Miniaturmalerei auf schwarzem Lack reicht bis in das 15. Jahrhundert zurück. Die hiesigen Künstler malten ursprünglich Heiligenbilder. Heute werden in Palech vor allem Lackkästchen mit Miniaturmalerei zu Themen aus Volksmärchen angefertigt. Die Technologie der Bemalung wird von Generation zu Generation überliefert. Auf dem schwarzen Hintergrund leuchten mit Gold gemalte Sagen- und Märchenhelden.

In jeder Gegend Russlands und auch weit über seine Grenzen hinaus kann man Samoware /Teekocher/ aus Tula antreffen. Die ersten Samoware aus Tula sind seit 1778 bekannt. Es gibt mehr als 200 Modelle der Samoware. Übrigens ist in Tula auch ein Samowar-Museum zu besichtigen.

Diese Souvenirs, wie auch die berühmten "Matrjoschkas" - ineinander geschachtelte Holzpuppen - und farbenprächtige Tücher werden Sie daheim immer wieder an eindrucksvolle Urlaubstage in Russland erinnern.
(Von Marija TUPOLEWA)

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