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04-11-2010 Reisen
Germanwings positioniert sich neu in Russland


Strecke nach St. Petersburg wird eingestellt – VW-Shuttle Hannover - Moskau erweitert

Der Flughafen Pulkovo hat zum Ende Oktober die 7 Millionen Passagiergrenze erreicht und damit einen Rekord aufgestellt. Dennoch wird ab dem seit 27. Oktober gültigen Winterflugplan die Lufthansatochter Germanwings St. Petersburg nicht aufgeführt.

MARKUS MUELLER sprach für den St. Petersburger Herold und russland.RU mit Andreas Engel, Pressesprecher International von Germanwings über die Gründe.



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SPH: Sehr geehrter Herr Engel – die Germanwings Strecke nach Köln war eine der günstigsten Möglichkeiten von St. Petersburg nach Deutschland zu fliegen. Was hat Germanwings dazu bewogen Sankt Petersburg aus dem Winterflugplan zu nehmen?

Andreas Engel: Russland ist für Germanwings ein wichtiger Markt und Sankt Petersburg eine reizvolle Destination. Die Strecke wurde von uns dieses Jahr trotz Krise und Vulkanaschen-Zwangspause gut bedient, aber sie hat unsere hohen Erwarten an den Yield (Durchschnittserlös pro Passagier) nicht ganz erfüllt. Daher haben wir sie jetzt eingestellt. Sehr erfolgreich angelaufen ist seit diesem Sommer die neue Germanwings Destination Hannover - Moskau.

SPH: Gab es noch andere Gründe für diesen Schritt? Hat die Mutter Lufthansa in diese Entscheidung mithineinregiert? Mit Swiss und Lufthansa fliegen ja 2 weitere Schwesterfirmen Pulkovo an.

AE: Germanwings trifft diese Entscheidungen unabhängig und ohne Einmischung durch Dritte, der wichtigste Grund ist das Ertragsmanagement. Die Auslastung der Flugroute Köln – Sankt Petersburg ist erheblich stärkeren saisonalen Schwankungen unterworfen als die Strecke nach Moskau. In die russische Hauptstadt fliegen das ganze Jahr viele Geschäftsreisende, nach St. Petersburg nicht. VW etwa hat in Kaluga ein großes Werk, und es gibt in Hannover auch sehr viele Bürger mit russischem Migrationshintergrund. Diese Tatsachen machen die neue Verbindung sehr erfolgreich. Die für uns wichtige Kennzahl von 42% Geschäftsreisende haben wir nach St. Petersburg selten erreicht.

SPH: Der Flughafen Pulkovo wird ja seit April von einem Deutsch-Russischen Konsortium gemanagt. Im Rahmen der vorhandenen baulichen Möglichkeiten hat sich schon viel im Service zum Guten gewendet. Hat bei der Entscheidung der Flughafenbetreiber eine Rolle gespielt.

AE: Die Gründe haben nichts mit dem Flughafen und dem Service zu tun. Das ist in erster Linie eine wirtschaftliche Entscheidung gewesen, der Optimierung unseres Rußland-Programms.

SPH: Werden sie im Sommer 2011 St. Petersburg wieder anfliegen ?

AE: Germanwings hat dieses Jahr acht neue Flugzeuge vom Typ Airbus A 319 bestellt, die in den kommenden Jahren nach und nach ausgeliefert werden. Ob die Flugroute wieder aufgenommen wird, kann zum aktuellen Zeitpunkt nicht gesagt werden. Auch sind die Auswirkungen der neuen deutschen Luftverkehrsabgabe noch nicht absehbar.
[ mm /Sankt Petersburger Herold ]
Photo: Germanwings

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