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28-12-2010 Reisen
Russland.TV im Flugchaos


Wenn Russland-Reiseführer vor Reisen nach Osten in den Wintermonaten warnen, müssen sie Tage wie die aktuellen im Kopf gehabt haben. Nachdem das Reisechaos innerhalb Mitteleuropas sich etwas abgeschwächt hatte, erreichte es in Moskau einen neuen Höhepunkt. Und eines unserer Teams war mitten darin – obwohl noch nicht einmal in Russland angekommen.




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In Frankfurt/Main sitzen – wie in anderen deutschen Flughäfen – Russlandreisende teils seit Tagen fest. Abflugzeiten verschieben sich von Stunde zu Stunde bis nicht selten die Annulierung für den betreffenden Tag folgt. Dieses Phänomen beschränkt sich nicht nur auf den vielzitierten Flughafen Domodedowo mit seinem mittlerweile überwundenen Stromausfall. Auch aus oder nach Scheremetjewo fällt so manches Flugzeug aus und Reisende warten auf den Flug vergebens. Das Chaos endete auch nicht mit der Meldung, Domodedovo arbeite wieder, sondern setzte sich am gesamten 27.12. fort.

Betroffen sind nahezu alle namhaften Gesellschaften, seien es die russischen wie S7, die Aeroflot oder Transaero als auch die Lufthansa oder Air Berlin. Immer wieder hört man von chaotischen Zuständen vor Ort in Moskau, wird mit zögerlich bis offensiv gereichten Essensgutscheinen (je nach Gesellschaft) und Hotelübernachtungen bei Laune gehalten. Gerüchte dringen durch die Hallen, wie das eigene Flugzeug stehe seit Stunden mit Passagieren beladen in Moskau herum, sei gleichzeitig schon in der Luft oder komme gar nicht. In Moskau würden überall nur Passagiere herum liegen und noch viel größeren Chaos herrschen.

Servicepersonal mit Ringen unter den Augen macht wage Versprechungen, die angesichts fortschreitender Dauer ohne Fortschritte nur wütende Proteste verursachen. Die Nerven sind angespannt. In unserem Fall (wir warten auf einen Flug von S7) gab es insbesondere Wutausbrüche, als die Meldung hereinkam, der Nachtflieger für die heute Mittag liegen Gebliebenen starte vor dem für die von gestern übrigen. Garniert war diese Meldung auf der Abflugtafel mit dem Gerücht, nur einer der beiden Flieger habe es überhaupt in die Luft geschafft und der andere stehe noch im Domodedovo-Chaos. Auch die Gesellschaftsangestellten können derweil nicht erklären, warum die länger wartenden nicht zuerst fliegen. Einige Reisende geben auf, andere ergeben sich dem Fatalismus.

Weitere Verschwörungstheorien machen mittlerweile die Runde. Es gäbe gar keine Strommasten bei Domodedowo, die umgefallen seien, ist eine davon. Servicepersonal lässt sich in dieser explosiven Stimmung inzwischen nicht mehr sehen. Erste Passagiere machen sich auf, S7-Angestellte für Schimpftiraden zu suchen. Russland.TV ist mittlerweile seit 36 Stunden in Frankfurt und rüstet sich für den Kampf auf dem Moskauer Flughafen um einen Weiterflug. Wir melden uns wieder – wenn wir können.
Aus Frankfurt/Main: Roland Bathon / russland.TV, Russland hören und sehen
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